CLASSIC BOX – Als wäre es ein Flugzeug der Pioniertage

Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: J.O.

Hersteller www.invento-hq.com

Spannweite 1.93 m

Höhe 1.65 m

Packmaß 1.70 m

Tuch Ripstop Nylon

Gestänge 4er Kohle/ 5er Fiberglas

Gewicht 1215 g

Schnur empfohlen 90 – 145 Kp

Windbereich in Bft. 2 – 5

Preis in Euro 119.98

Bezug Fachhandel

LUTZ TRECZOKS baute die CLASSIC BOX für INVENTO und ließ sich erneut durch die CODY-Formen um 1900 inspirieren.

So erinnert die Bauart der CLASSIC BOX auch an erste Flugzeugformen des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Original INVENTO-Text: „Lutz Treczoks, Jahrgang 1958, kam 1988 durch einen Lenkdrachen auf den Drachengeschmack. Schnell packte ihn der Ehrgeiz, nicht nur zu fliegen, sondern selbst Einleiner-Drachen zu konzipieren und zu bauen. Im Laufe der Jahre hat Lutz Treczoks wohl alles gebaut, was an gängigen Drachenmodellen vorstellbar ist. Spezialisiert hat er sich jedoch auf außergewöhnliche Kastendrachen und Codys, für deren Entwicklung er geradezu eine außergewöhnliche Begabung entwickelt hat. Seine Entwicklungen sind phantasievolle Kunstwerke, die bis ins Detail überzeugen. Seit 1998 ist Lutz Treczoks auch bei GREENPEACE aktiv und konnte seine Drachen bereits in einer ganzen Reihe von Aktionen praktisch einsetzen.“
Erster Eindruck:

Der Inhalt der Drachentasche vermittelt mit seinen 16 Spreizenpaaren den Eindruck: „Jetzt steht Filigranarbeit an. Konzentration.“

Der aufgebaute Drachen ist in seiner weißen Schönheit diese Extraportion an Aufbaufleiß und Geduld wert.

Wer daheim große und hohe Räume hat, hat gleichzeitig mit der CLASSIC BOX ein höchst dekoratives Drachenmodell zum Immeranschauen.
Verarbeitung:

Wie man es von INVENTO kennt: High quality der Verarbeitung. 8 Zellen, passgenau. Saubere Nähte, hervorragende Verstärkungen.

Beim aufgebauten Drachen steht jede Paneele unter Spannung. Jede mittlere Zelle im oberen und unteren Kastenbogen verfügt über 2 gleichlange und rot markierte Stangen als Kreuz.

Die nach außen führenden Zellen haben Kreuze mit unterschiedlichen Stablängen, wodurch die Wölbung des Flügels entsteht.

Die Farbmarkierungen an den Stangenkreuzen waren andere als die im Aufbautext. Da hilft aber die einfache Logik und, wie ich es machte, das farbliche Markieren der Verbinder im Sinn der einzubringenden Stabkreuze. Dann geht der Aufbau deutlich zügiger. Farbliches Tesaband reicht.

Die aufgebaute Box ist ohne Tadel. Ein kleiner bautechnischer Leckerbissen. Edel – wie ein Sonn-und Feiertagsdrachen für besondere Anlässe.

AUFBAU
Wir waren zu Zweit am Strand: meine Frau Elke und ich. Sie hat in all`den Jahren schon viele Drachen mit aufgebaut und ist da lange schon routiniert. Dieser Aufbau der CLASSIC BOX war bei Bft. 2 – der 1. Aufbau daheim, vor dem Haus.
Aufgepaßt! Die einfachen faserverstärkten Schlauchverbinder nehmen sich gern `mal eine Prise Sand. Mit dem Finger ausklopfen, war unsere jeweilige Maßnahme, damit die Kreuze tief im Verbinder sitzen konnten.
Bei geringem Wind war der Aufbau mit 2 Erwachsenen, die das System vorher schon durchschaut hatten, mit Geduld und den richtigen Handgriffen gut möglich. Entspannter wäre es sicher mit 3 Personen gegangen. Bei der Wahl der Helfer sollte man auf ruhig bleibende Mitdenker zurückgreifen.

Bei Windstärken um die Bft. 5 möchte ich die CLASSIC BOX nicht gern aufbauen.

ABBAU
Der Abbau geht rasend schnell. Unter 2 Minuten. Keine Konzentration mehr. Nur Stangen aus den Verbindern ziehen und man/frau hat ein leicht zu transportierendes Bündel aus Stangen und Paneelen in der Hand (Foto).

Flugeigenschaften:

Es genügt schon, die CLASSIC BOX am Boden liegen zu haben. Ihre klassische Schönheit zieht die Bewunderung und etwas Neid der Vorübergehenden an. Immer wieder sind Kommentare zu hören, wie:“Was ist das?“ Da ich auf Schiermonnikoog teste und die freundlichen Holländer nicht vergrätzen möchte, sage ich nicht: „Ein Trecker?“
Nein, das tue ich hier nicht. In Deutschland sicherlich.

Auf mit dem Wind geht es ab Bft. 2: Minimum.
90 Kp-Schnüre sind hier angebracht. Die CLASSIC-BOX ist ein „Pump-Drachen“ und gewinnt durch 2-3 kräftige Züge schnell an Höhe.

Richtig gut wird es erst ab Bft. 2.5/3. KLASSE! Sie hat ordentlichen Zug und verrät somit ihre cody-angelehnten Wurzeln.

Der Leinenwinkel ist steil, so dass ich manchmal denke: „Jetzt fliegt sie über meinen Kopf..“ Tut sie nicht. Natürlich nicht. Aber, ich habe das Gefühl, der Drachen will immer ein Auge auf sich gerichtet haben. Natürlich kommt das auch daher, dass ich sein Flugverhalten über einen längeren Zeitraum noch nicht erlebt habe. Es ist ein Zug an der Schnur, der das Gefühl verstärkt, einen „Bello“ an der Leine zu haben. Es ist ja auch fast ein Flugzeug. Da fehlt nicht viel.

In Bft. 3-3.5 wählten wir Schnüre von 130 Kp und waren damit gut bedient.

Da in den nächsten Tagen Windstärken von Bft. 4-5 angesagt waren, ließen wir die aufgebaute Box im Strandwagen des Surf-Bretter-Verleihs. Gut, dass wir uns schon so lange kennen.

In Bft. 4-5 öffnet sich eine andere C-Box-Welt: Helfer mit Handschuhen sind willkommen. Die richtigen Bodenanker. Jeder Handgriff muss sitzen. Keine Fehler machen.

Große Lenkdrachen haben zuerst meinen Puls beschleunigt. Die CLASSIC-BOX in Bft. 5 bedeutet: richtige Schrittfolgen beim Steigenlassen und Einholen des Drachens. Das Team sollte wissen, welcher Handgriff als nächster erfolgt. Keine Spaßmacher mitmachen lassen.

Die alte Großdrachenregel: „Keine Witze über Bft. 4.“

Der ruhige und kräftige Stand der Box steht fast im Gegensatz zu ihrer filigranen Schönheit. MEISTERWERK.
Vergleich in seiner Kategorie:

Hier hat Lutz Treczoks einen Klassiker geschaffen, der von zeitloser Schönheit ist und mit seinem Preis auch für Jedermann erschwinglich sein dürfte.

Ein weiteres Gemälde für den Himmel.
Fazit:

Eigentlich ein Sammlerstück.

Es ist alles gesagt. Viel Vergnügen nach dem Kauf..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *