Der Zodiac 2.5 von Space Kites - Kite-Tests

Der Zodiac 2.5 von Space Kites

3. Januar 2011 | Autor: | Kategorie: Allrounder, Tests

In Zeiten von Trickpartys und Speedkitewettbewerben, Powerkites und Stackwettkämpfen, entwickelt Michael Tiedke einen Drachen, bei dem es auf alle diese Dinge nicht ankommt, sondern auf das Eigentliche am Drachenfliegen: Er entwickelt mit dem Zodiac 2.5 einen Drachen, der den Leuten zeigen soll, wie entspannend und schön, wie ruhig, harmonisch und wohltuend Drachenfliegen sein kann. Ob ihm dies gelungen ist, zeigt der folgende Test:

Spannweite: 250 cmBild8fertig

Höhe :108 cm

Gewicht : 380 g

Waage : 3-Punkte Waage

Geschw. : langsam

Windbereich: 1-4 bft

Bestabung: Leitkante 6 mm Carbon

QS: Skyshark 5 Pt

Verbindertechnik: APA

Preis: 189 € (Custom Colors möglich)

Erster Eindruck:

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Der erste Eindruck ist immer der Wichtigste. Es ist der Moment, in dem man entscheidet, ob man Jemanden oder Etwas mag. In meinem Fall ist mir der Zodiac 2.5 direkt sympathisch und ich schließe nicht aus, dass daraus eine Freundschaft werden kann. Sowohl die Verarbeitung scheint auf den ersten Blick sehr gut gelungen zu sein als auch das Segeldesign mit dem farblich markant hervorgehobenen Z auf den Segelhälften. Michael Tiedke bietet jedem Käufer die, nicht selbstverständliche, Möglichkeit „seinen Zodiac 2.5.“ in den Farben zu wählen, die er persönlich am schönsten findet – Ohne Abstriche.

Verarbeitung:

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Die Verarbeitung des Zodiac kann nicht anders als sehr gut beschrieben werden. Alle Panele sind sauber miteinander vernäht und es sind weder Rück- noch Überstände vorhanden. Die kleine Nase ist akurat aus LKW-Plane gearbeitet und so genäht worden, dass sich die Schnur nicht daran verfangen kann. Die Standoffhalter sind auf der Segelrückseite durch eine extra angebrachte Lage Klettband abgedeckt. Dadurch entsteht eine Tasche, die in Richtung Segelunterseite hin offen ist. Falls ein Standoff mal zu Bruch gehen sollte, kann dieser ohne große Probleme ausgetauscht werden. Sowohl die obere als auch die untere Querspreize sind abgedeckt und sogar die Stelle an der der Kielstab und die obere Querspreize aufeinandertreffen ist doppelt verstärkt! Alles in allem kann man sagen, dass die Verarbeitung wirklich keine Wünsche offen lässt und man höchstens ein paar Fäden, die neu angefangen wurden, bemängeln könnte.

Flugeigenschaften

Der Zodiac 2,5 ist ein Drachen, der trotz der Auslegung als „Standard“ schon sehr früh fliegt. Ab 1 Bft kann man ihn im Binnenland schon in der Luft halten, wenn andere Piloten noch ihren UL fliegen müssen. An der See wird dieser Wert sogar noch unterschritten. Diese Leichtwindeigenschaften wirken sich jedoch leicht auf seinen oberen Windbereich aus. Deswegen sollte man ab 4 bft den Zodiac wieder in seine Tasche packen. Es ist nicht so, dass der Drachen nicht mehr aushalten würde, es macht jedoch einfach keinen Spaß mehr ihn zu fliegen. Er zieht relativ stark, wird schneller und auch Tricks sind mit ihm nicht mehr fliegbar, weil es sehr schwer wird den Druck aus dem Segel zu nehmen.

Aber nun zu den eigentlichen Flugeigenschaften. Der Zodiac 2.5 ist ein Drachen, der mit einem Begriff umschrieben werden kann: „elegant“.

Das merkt man in erster Linie an den Kreisen und Ecken. Diese wollen nicht schnell oder besonders knackig geflogen werden, sehen aber sehr schön aus, wenn der Pilot ruhig bleibt und dem Drachen Zeit gibt die Manöver auszuführen. Dabei ist es egal, ob die Kreise groß oder klein, die Geraden eher lang oder nur kurz zwischen einzelnen Tricks oder Figuren geflogen werden. Der Zodiac wackelt fast nicht nach und vollführt am Himmel alle Figuren schön und langsam.

 

Eine weitere Seite des Zodiacs, die mit Eleganz zu tun hat, ist sein Trickbereich.Bild2fertig

Der Zodiac ist kein reiner Trickflieger. Er ist für all diejenigen Leute gemacht, die nicht so viel Wert auf die neuesten und ausgeflipptesten Tricks legen, sondern bei denen die Oldschooltricks im Vordergrund stehen. Der Zodiac macht das Tricksen nicht schwer. Er verzeiht dem Piloten den einen oder anderen Fehler, will aber etwas mehr geführt werden als andere Drachen. Aber das ist noch nichts wirklich besonders an dem Drachen, sondern dies trifft auch auf viele andere Drachen zu. Was ihn zu etwas Besonderem macht ist, dass er die Tricks um einiges schöner und eleganter ausführt als andere Drachen. Alle Bauchtricks gehen sehr einfach und langsam von der Hand. Im Fade liegt der Zodiac wie angenagelt und vor allem der Sideslide ist ein wahrer Genuss. Mit viel Gefühl bekommt man auch mal eine Jacobsladder oder einen Cometen hin, wobei der Drachen sich bei dem letztgenannten Trick sichtlich unwohl fühlt. Aber dieses Kriterium der „Trickfähigkeit„ steht bei m Zodiac ohnehin nicht im Fokus des Entwicklers und sollte auch nicht für den Piloten das ausschlaggebenden Kriterium sein. Dieser Drachen soll nicht alle Tricks können, er soll nicht zeigen, wie schnell, stark oder trickreich ein Drachen sein kann. Er soll vielmehr dem Piloten zeigen, wie schön und entspannend dieses Hobby sein kann. Sei es bei einem Sonnenuntergang am Meer, wo man parallel zur Wasserlinie eine Gerade fliegt und in der Mitte des Windfensters mit der Flügelspitze kurz das Blaue streift. Oder sei es im Binnenland, wo man an einem schönen Herbst- oder Wintertag einfach ein bisschen entspannen will, sich seinen Zodiac schnappt und einfach ein paar ruhige Minuten damit verbringen will den Drachen „einfach nur in der Luft zu halten“. Für diese Stunden ist der Zodiac entwickelt worden und erfüllt diesen Zwecke aufgrund seiner Präzision, Langsamkeit und (hier ist das Wort wieder) seiner Eleganz vollkommen.

In Zahlen

Geraden: 7

Ecken: 7

Loops: 8

Axel: 7

Cascade: 8

Slotmachine: 8

540ziger: 8

Axel to fade: 7

Fade: 8

Sideslide: 9

Backspinn: 0

Backflip: 5

Comet: 2

Jacobs Ladder: 4

Wickeln allgemein: 0

 

Zodiac2Vergeich

 

Der Zodiac 2.5. ist ein Drachen, der in seinem Preissegment mit Sicherheit für Furore sorgen wird. Besonders Piloten, die Wert darauf legen einen schönen, großen und majestätischen Drachen zu fliegen, werden mit dem Zodiac vollauf zufrieden sein.

Fazit

Michael Tiedke hat mit dem Zodiac 2.5 einen Drachen geschaffen, der vielleicht nicht den Trickjunkie oder den Speed- und Powerfanatiker ansprechen wird. Dies ist aber auch gar nicht die Zielsetzung bei der Entwicklung des Zodiacs gewesen. Michael hat einen Drachen entwickelt, der den Menschen zeigt, worauf es beim Drachenfliegen eigentlich ankommt: Es geht um Entspannung, Freude, Schönheit und Harmonie, eben all das, was viele Leute im Alltag nicht haben, auf der Drachenwiese aber finden können und wollen. Und um dieses Gefühl der Leichtigkeit und vielleicht auch der Sorgenfreiheit zu finden ist der Zodiac perfekt geeignet. Er besitzt die Fähigkeit nach einem stressigen Tag den Geist zu beruhigen. Mit ihm kann man die Seele baumeln lassen. Das kann ein Pilot weder durch wilde Trickserei noch durch die Gewalt eines Drachens erreichen, sondern nur dadurch, dass er langsam und ruhig seine Bahnen zieht. Es gibt meditatives Bogenschiessen, Malen, oder Singen. Wenn es Meditatives Drachenfliegen geben würde, wäre der Zodiac 2.5 der geeignete Drachen dazu.

 

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