Emissary – Der Emissary by Wayne Knott, vertrieben von HQ - Kite-Tests

Emissary – Der Emissary by Wayne Knott, vertrieben von HQ

27. Oktober 2009 | Autor: | Kategorie: Competition, Stabdrachen, Tests

Text von: Matthias Wild (mwraver)
Fotos von: Thomas Müller(Orange4U) und Matthias Wild

Hersteller: HQ/Invento (entwickelt von Wayne Knott)

Spannweite: 238 cm

Höhe: 99 cm

Gewicht: ~ 350g + 21g Zusatzgewicht

Waage: Turbo-Waage

Geschwindigkeit: mittel

Windbereich: 2-4,5 bft

Segel: Ventex Light und Mylar

Bestabung: Leitkante: Skyshark P200

Querspreize: Dynamic T18

Verbindertechnik: HQ Verbinder

Preis ~ 230 Euro

Der Emissary – Eine amerikanische Alternative?! Erster Eindruck:

Nun steht er endlich vor mir. Schön sieht er aus, der Neue aus Amerika. Schwarz, grau, weiß, rot und etwas Mylar. Bestimmt ein super Kontrast zu einem blauen Himmel. Elegant, aber will er die Drachengemeinde nur durch sein gutes Aussehen beeindrucken, oder will dieser interessante Kite auch durch sein Flugverhalten und seine Verarbeitung überzeugen? Ob er dies schafft zeigt der folgende Test. Verarbeitung:

Zuerst fällt einem, an diesem optisch sehr schönen Drachen, die gute Verarbeitung auf. Alle Panele sind sauber miteinander verbunden. An sehr beanspruchten Stellen, wie die Halterungen der Standoffs und der Bereich der Flügelspitzen wurde das Segel durch Mylar verstärkt, so das die Schnur beim Wickeln nichts kaputt machen kann. Die Nase ist gut gearbeitet und auch beim Fliegen verheddert sich keine Leine an den Nasenkanten. Das lästige Abtapen ist bei diesem Drachen nicht nötig.
Besonders gelungen sind die tollen Detaillösungen, die zwar nicht revolutionär sind, aber das Fliegen um einiges angenehmer machen. Neben der gut gearbeiteten Nase sind die Querspreizenverbinder durch die Leitkantentaschen abgedeckt und wurden an der offen liegenden Stelle, an der die Leinen bei Yoyos immer „drüber rutschen“ mit einer Naht verstärkt. Damit ist garantiert, dass diese Stelle nicht ausfranst. Auch die Standoffhalter auf der Segelaußenseite sind durch eine Lage Dacron abgeschirmt und gar nicht zu sehen. Dies kann natürlich bei einem Bruch der Standoffs zum Problem werden, ist aber auch eine schöne und saubere Lösung, damit sich dort keine Schnur verfängt oder das Segel beschädigt wird.
Ein weiteres Highlight, welches in gewisser Weise eine Neuerung darstellt, ist die Verarbeitung des Mylars. Das Mylar ist extra schwer und so in das Segel eingearbeitet, dass es das „Wickelverhalten“ des Drachen positiv beeinflusst.
Flugeigenschaften:

Der Emissary braucht ca. 7 km/h um im Binnenland abzuheben. Spass macht der Drache zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht und ist nur durch kräftezehrendes „Pumpen“ in der Luft zu halten. Ab ungefähr 10 km/h fliegt dieser High-End-Drachen ohne großes Zutun und beginnt einen angenehmen Zug aufzubauen. Dieser Zug verstärkt sich bei mehr Wind, aber wird niemals so viel, dass man ihn als unangenehm empfindet. Bei 4,5 bft ist dann die Obergrenze dieses Schmuckstückes erreicht und er beginnt langsam mit den Flügeln zu schlagen.
Im unteren und mittlerem Windbereich setzt der Emissary alle gewünschten Befehle sehr direkt um. Ecken und Kreise werden schön „knackig“ und ohne großes Nachwackeln geflogen. Auch Geraden fliegt der Drache so, wie sie sein sollen. Sowohl Zweipunktelandungen, als auch harte Spikes verträgt der Drachen sehr gut und werden ohne große Schwierigkeiten punktgenau ausgeführt.
Alle axelbasierenden Tricks, wie AxeltoFade und Cascade führt der Kite ohne große Probleme aus. Auch Slotmachines und 540er setzt der Kite sauber und flach in Szene. Der Comete ist eine wahre Freude und kann sehr gut schnell und kräftig wie auch langsam und gefühlvoll geflogen werden.
Im Fade liegt der Drache gut, und man hat viel Zeit, Backspinns einzuleiten, oder den Drachen einfach an Höhe gewinnen zu lassen. FlicFlacs sind ohne große Höhenverluste möglich.
Auf dem Rücken legt sich dieser ausgesprochen ausgewogene Drachen sehr gut und Lazysusans, sowie Jacobsladders sind eine wahre Freude. Einziges Manko ist, dass man bei der Rolling Susan sehr schnell und mit Gefühl fliegen muss. Diese stellen aber,nach einiger Zeit der Eingewöhnung, kein großes Problem mehr dar. Schnell und gefühlvoll muss man auch Multilazys einleiten, bei denen sich der Drachen gerne aus dem Backflip in den Yoyo durchdreht.
Es macht mit diesem Drachen unglaublich viel Spass, zu wickeln. Zum einen weil er dies sehr schnell und ohne großen Weg tut und zum anderen, weil er danach schön und ruhig weiterfliegt. Der Kite springt geradezu in den Yoyo, wobei er leider nur die „Einpop-Variante“ mag. Selbst Wapdoowaps und Crazycopters sind mit diesem „Amerikaner“ ohne weiteres möglich.

Wenn man das mitgelieferte Gewicht an den Drachen montiert. Verändert sich das Flugverhalten nur in geringer Hinsicht. Der Emissary wird nur noch etwas trickreicher. Der Drachen liegt noch tiefer im Backflip und wird etwas radikaler. Backspincascaden sind nun sehr einfach und in den Yoyo springt noch schneller. Auf die Präzision hat das Gewicht keine Auswirkungen. Einziger Nachteil ist, dass der Drachen jetzt sehr viel Weg für den Flicflac braucht und mehr geführt werden will.
Ich persönlich finde ihn ohne Gewicht trickreich genug.
Tricks: (vergeben werden 10 Punkte, 10 = sehr gut etc.)
Geraden: 9

Ecken 9

Loops 8

Axel 8

Cascade 9

Slotmachine 8

540ziger 8

AxeltoFade 8

Fade 8

Backspinn 9

Lazy Susan 8

Jacobsladder 9

Comete 8

Yoyos 9

Vergleich in seiner Kategorie:

In der Klasse der High-End-Drachen ist der Emissary eine schöne, „amerikanische“ Alternative zu andern Modellen. Er steht auch den derzeit populärsten Trickdrachen in nichts nach und macht bereitwillig alle neuen Tricks. Fazit:

Der Emissary ist ein sehr ausgewogener Drachen. Er ist trickreich und präzise. Man kann ihn ganz nach Laune sowohl gefühlvoll, als auch radikal durch die Tricks bewegen, wobei er dem Piloten alle derzeit gängigen Tricks ermöglicht.
Als Abschluss spreche ich HQ/Wayne Knott ein großes Kompliment aus. Er hat einen wunderbaren Drachen entwickelt und dabei jede Menge schöner Detaillösungen mit eingearbeitet, an denen sich manch andere Drachen ein Beispiel nehmen könnten.

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