Evo Basic – Evo Basic von Scirocco Kites

Text von: Matthias Wild
Fotos von: Veronica Schulze/Matthias Wild

Hersteller: Scirocco kites

Spannweite: 229 cm

Höhe: 88 cm

Gewicht: 300g

Windbereich: 1,5- 5 Bft

Segel: Icarex + Mylar

Gestänge: Leitkante: 6 mm Exel Extrem

Querspreize: Skyshark 5 PT

Waage: Reverse Turbo Waage

Verbindertechnik: APA

Preis in Euro: 160 Euro (Custome Color)

Bezug: www.scirocco-kites.de

Evo Basic ist einer der neuen Drachen von Scirocco-kites, der von Michael Koopmann, der vielen schon durch den Hybrid ein Name ist, entwickelt wurde. Ziel dieser Entwicklung war ein Drachen, der sowohl präzise zu fliegen ist, als auch die komplette Trickpalette beherrscht. Eine besondere Herausforderung bestand in dem Preis, der auch für einen Gelegenheitsflieger erschwinglich sein sollte. Ob diese neueste von Entwicklung Michael Koopmann ein Erfolg war, wird sich im Verlauf des Testes herausstellen. Erster Eindruck:

Der erste Eindruck fängt nicht unbedingt mit dem Drachen selber an, sondern mit der Verpackung, der Tasche des Drachen. Diese ist beim Evo Basic schön groß und geräumig und bietet mit einer kleinen aufgenähten Zusatztasche genug Stauraum für die Leinen. Aber auch der Drachen an sich macht keinen schlechten Eindruck. Die Verarbeitung scheint gut zu sein und auch an den Leinen fühlt sich der Neue aus dem Hause Scirocco-kites toll an. Verarbeitung:

Die Verarbeitung des Evo ist gut. Alle Panelle aus Icarex sind sauber miteinander verbunden und vor allem die kleine, aber feine Nase verdient ein Lob.. Die Querspreizenverbinder, die alle aus dem Hause APA kommen, sind sowohl oben als auch unten überdeckt, damit dort nichts hängen bleiben kann und alle beanspruchten Stellen sind solide mit Mylar verstärkt. Die Yoyostopper sind besonders erwähnenswert. Diese sind aus dem Hause HQ und werden einfach auf die Leitkante geclipt. Damit diese sich aber nicht so leicht ablösen und verloren gehen wurden die Yoyostopper noch einmal mit Kleber fixiert. Das Gestänge besteht aus 6 mm Exel und Skyshark 5Pt als Querspreize. Also ein Gestänge was viel aushält, aber immer noch leicht zu erneuern ist, falls etwas zu Bruch geht. Wer aber ein wenig experimentieren will, kann die Leitkanten gegen ein etwas steiferes Gestänge austauschen, wobei der Drachen so wie er ist auch jede Menge Spaß macht und wahrscheinlich gar nicht der Wunsch entsteht etwas zu verändern.
Besonderes Lob verdient auch die Reverse-Turbo Waage. Man kann jeden Waageschenkel mit Hilfe einer Knotenleiter verstellen. Damit ist gewährleistet, dass auch jeder Pilot die Waage nach seinen eigenen Wünschen optimal einstellen kann. Ein kleiner Kritikpunkt ist aber, dass die Waage aus einer sehr dünnen Schnur besteht, die leicht aufscheuert. Zumindest im Test ist die Waage an 2 Stellen durchgescheuert. Dies wird aber in den Verkaufsversionen des Evo behoben werden.
Besonders interessant dürfte das Design sein, das auch von Michael Koopmann selber entworfen wurde, der schon den Hybrid entwickelt hat. Bei Scirocco-kites wird dieses Design ohne Aufpreis in Customecolor gefertigt und jeder kann seinen Evo Basic in den ihm eigenen Farben bestellen.
Flugeigenschaften:

Der Evo braucht nur etwas mehr als 1 Bft um vom Boden in die Luft zu steigen. Mit einem Tick mehr Wind fängt er dann richtig an und baut Druck auf. Sobald dann der Wind etwas auffrischt und sich auf 3 Bft hebt, fängt der Drachen dann an sein ganzes Potential zu zeigen. Der Druck ist angenehm kräftig, aber wird nie so stark, wie man es von machen französischen Drachen her kennt.
Das Erste, was an dem Evo Basic auffällt, ist seine hohe Präzision. Ecken werden ohne Nachwackeln quittiert. Kreise werden mit dem richtigen Waagesetting eng oder auch schön weit gezogen und auch auf Geraden kann der Evo überzeugen. Also ein Drachen mit dem man auch gerne mal die ein oder andere Stackfigur fliegt. Besonders viel Spass hat es mir persönlich bei etwas mehr Wind gemacht, den Evo Basic in der Mitte des Windfensters mit einem Windtipstand oder einer 2 Punktelandung richtig knackig zu landen.
Aber nun zu den Tricks. Diese meistert der Evo alle mit Bravour. Axel – kein Problem und auch Cascaden sind nicht schwer. Im Backflip liegt der Evo wie angenagelt und lädt gerade dazu eine Lazy Suzans oder noch besser, direkt eine Multilazy zu fliegen. Aber nicht nur der Backflip liegt dem Evo. Auch im Fade bleibt der Drachen sehr stabil und es ist ohne weiteres möglich daraus einen Backspin oder mit etwas mehr Gefühl eine Backspincascade einzuleiten. Diese Tricks macht der Evo ausgesprochen flach und es ist auch kein Problem den Drachen nach dem Backspin zu stoppen und in einem Fade wieder ruhig liegen zu lassen. Eine Eigenschaft des Evo Basic, der ihn mit Sicherheit zu einem eigenen Charakter verhilft, ist, dass der Drachen nur durch die 2 Pop-Methode in den Yoyo geschaukelt werden kann. Daraus resultiert auch, dass der Drachen beim Wapdowap etwas mehr Zeit benötigt um aus dem Fade einmal um die Querachse zu rotieren. Wenn man jedoch den inneren Standoff etwas kürzt oder ein bisschen nach innen versetzt mutiert der Evo zu einem Drachen, der immer noch präzise ist, dafür aber auch ein Pop Yoyos und Wapdowaps ohne weiteres fliegt.
Diese Änderung, zusammen mit der Verwendung einer anderen Waageleine, die nicht durchscheuert, wird kurz nach Erscheinen des Tests von Scirocco Kites gemacht. Damit ist der Pilot dann auch in der Lage ein Pop Yoyos und Wadowaps ohne große Laufarbeit zu fliegen.
Was aber wirklich einfach mit dem Evo geht, ist der Comete. Diesen Trick kann man nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung schnell oder auch langsam über den Himmel tanzen lassen. Aber auch die Jacobsladder wird vom Neuen von Scirocco kites bereitwillig ausgeführt und kann, ähnlich dem Cometen schnell oder auch sehr langsam geflogen werden.
Etwas Probleme hat der Evo bei den Oldschooltricks 540er und Slotmachine. Diese Tricks gehören zwar auch zum Repertoire des Kite, werden aber nicht ganz so sauber geflogen, wie sich es der ein oder andere Pilot vielleicht wünscht.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Evo Basic ein gutes Trickpotenzial hat und auch alle neueren Tricks meistert.
Tricks: (vergeben werden 10 Punkte, 10 = sehr gut etc.)
Geraden: 8

Ecken: 8

Höhe: 8

Axel: 7

Cascade: 7

Slotmachine: 6

540: 6

Axel to Fade: 7

Fade: 7

Backspin: 7

Backflip: 8

Comete: 8

Jacobsladder: 8

Wickeln allgemein: 7

Vergleich in seiner Kategorie:

Der Evo Basic ist ein Drachen für Trickflieger, die auch gerne mal ein paar knackige Ecken fliegen wollen, ein gutes Trickrepertoire verlangen und trotzdem auf den Preis achten wollen. An der Präzision ist nicht viel auszusetzen. Diese ist zwar nicht so gut wie bei reinrassigen Präzisionsdrachen, lädt aber dennoch dazu ein, einmal ein paar Stackfiguren zu fliegen, die sich dann mit einer kleinen Zeit der Eingewöhnung ohne Probleme fliegen lassen. Im Trickbereich ist der Evo Basic dann in seinem wirklichen Element und meistert alle gängigen Tricks. Fazit:

Mit dem Evo Basic hat es Michael Koopmann, genauso wie mit dem Hybrid, geschafft, einen gut verarbeiteten Drachen mit einem schicken Design zu entwickeln. Aber nicht nur das Aussehen macht den Evo zu einem Schmuckstück, sondern auch die Flugeigenschaften und sein großer Windbereich. Die Präzision ist wirklich gut, und auch alle Tricks gehen ohne große Probleme. Alles in Allem, also ein super Drachen zu einem absolut fairen Preis, den man nur empfehlen kann.

Matthias Wild.

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