Firebee Force – The Next Generation

Text von: Andreas Schulz
Fotos von: A.Schulz/V.Schulz

Herstelller: Rhombus

Kategorie: Intermediate

Größe: Preis:

2,3 m2 99 Euro

3,0 m2 119 Euro

4,0 m2 139 Euro

5,3 m2 199 Euro

7,0 m2 239 Euro

Bezug: Drachenfachhandel

In der vergangenen Saison plazierte Rhombus neben dem Einsteigerschirm X-Trac sowie dem Hochleistermodell Amun die zweite Generation der bekannten Firebee, die Firebee Force.

Hierbei handelt es sich nicht etwa um ein Produktupdate, nein, der Schirm wurde vollständig neu entwickelt.

Wie schon bei der Amun war auch hier Timo Elias verantwortlich und hat der Firebee Force ihren ganz speziellen Charakter verliehen.

Die erste Firebee war ein voller Verkaufserfolg für Rhombus, gab es bislang kaum einen Schirm zu kaufen, der in diesem Preissegment angesiedelt war und über eine so große Range verfügte.

Aufgrund von Problemen bei der Fertigung kam es jedoch vor, dass es in Punkten wie Verarbeitung, Waage etc. zu Unregelmäßigeiten kam, deren Einfluss auf die Flugeigenschaften deutlich spürbar waren.

Bei der neuen Firebee soll alles anders sein. Inwieweit dies geglückt ist, soll dieser Test zeigen.
Erster Eindruck:

Die Firebee Force wird , wie auch schon das alte Modell in einem Spinnaker Rucksack ausgeliefert. Im Tragegurt befindet sich ein Fach für Handy, Schlüssel ,Kleingeld etc.

Der Schirm wird Kite Only ausgeliefert, keine Handles, keine Schnüre.
Neben einer Bedienungsanleitung findet man noch einen Firebee Aufkleber.

Bestand die alte Firebee Serie noch aus sieben Größen, beträgt die Range der Force nun fünf Größen zwischen 2,3 und 7 qm.

Jede Größe ist in einer anderen Farbe gehalten, sowohl Ober- als auch Untersegel sind farbig, eine Ecke ist in weiß gehalten.

Die Optik gefällt, die Farben sind knallig gewählt und sorgen so für einen sehr guten ersten Eindruck.

Verarbeitung:

War bei der alten Firebee der Punkt Verarbeitung das Manko am Schirm, so sollte dies sich nun geändert haben.

Beim Betrachten des Schirmes fiel zunächst auf, das neben dem aktuellen Shape auch alle gängigen Standards integriert sind.

Die Waage wird mittels Gurtbändern am Schirm verknotet. Die Gurtbänder sind im Schirm vernäht und haben zur Verstärkung im Inneren eine zusätzliche Lage Spinnaker, das als runder Punkt um die Anknüpfpunkte verklebt wurde.

Die Force verfügt über Diagonalprofile, die Luftausgleichsöffnungen, die den Schirm gleichmäßig füllen sollen, sind ausreichend dimensioniert. Die Lufteintrittsöffnungen sind mit Dacron verstärkt.

Auch Dirt-Outs sind an den Flügelenden zu finden. Die Waage der Firebee Force ist verknotet und geschlauft.

Die Firebee Force ist sauber vernäht, keine offenen Nahtenden sind zu erkennen. Die Nähte verlaufen sauber und gerade, auch hier kein Grund zur Beanstandung.

Ingesamt betrachtet zeigt sich der Wandel der Firebee Force als gut gelungene Gesamtsache. Im Bereich der Verarbeitung wurde konsequent
weiterentwickelt, der Qualitätsstandard deutlich verbessert – Bravo!

Diese Entwicklung war aber zu erwarten, zeigte sich schon bei der Amun eine deutliche Steigerung im Punkt Verarbeitung.
Flugeigenschaften:

Das Antampen der Firebee Force stellt sich als äußerst einfach dar. Nachtrimmen ist nicht nötig, die Firebe Force gleitet zügig an, kommt in Strömung und nimmt ihre Position im Zenit ein. Hier bleibt sie ruhig stehen und wartet auf ihren Einsatz.

Im unterpowerten Windbereich sollte man der Force ein wenig helfen in Strömung zu kommen, hier merkt man deutlich, dass man es nicht mit einem Einsteigerschirm zu tun hat. Kommt der Schirm in Strömung, liegt sofort ein spürbarer Grunddruck an, der sich durch Schwenken durchs Windfenster sanft steigert.

Das Starten und Landen sowie das Handling am Boden geht recht leicht von der Hand, die Bremse kräftig gezogen, gleitet die Firebee Force
gleichmäßig zu Boden, ohne dass der Schirm zu einer Seite abdreht.

Liegt der Schirm am Boden und hat man die Bremstampen am Bodenanker gesichert, bleibt die Force artig am Boden, ohne dass sie zu pumpen beginnt. Man hat also genügend Zeit sich zum Schirm zu begeben um die Leitkante zu beschweren um den Schirm in die endgültige Parkposition zu bringen.

Die ersten Runden im Buggy zeigen sogleich, dass die Firebee sanft angleitet, der Schirm seine Position vorne im Windfenster einnimmt und den Piloten in Fahrt bringt.

Hierbei hat der Pilot nun die Wahl, auf welche Weise er seine Firebee fliegen mag. Der eher passive Flieger wird von einem gleichmäßigen Zug belohnt, der zum Cruisen einlädt.

Will man mehr, so bekommt man mehr. Der aktive Flieger wird durch Schwenken und Loopen mit einer spürbaren Leistungssteigerung belohnt.
Gleichmäßiger leichter Zug an der Bremse bringt ebenfalls Leistungszuwachs.

Beim Punkt Bremse kommen wir auf eine Eigenschaft, die bislang nur die Firebee Force aufzeigt. Timo Elias hat der Firebee Force eine
verstellbare Bremse verpasst. Diese kommt in Form einer Bogenwaage daher. Der Anknüpftampen für die Bremse läßt sich nun an 5
verschiedenen Positionen dieses Bogens einstellen. Dadurch wird der Angriffspunkt des Bremseinsatzes am Schirm verändert. Bringt man den
Bremseinsatz weiter nach außen, dreht der Schirm etwas agiler ein, hat jedoch weniger Power über die Bremse. Stellt man den Angriffspunkt weiter nach innen, so wird die Leitkante über eine größere Fläche eingebogen, was beim Betätigen der Bremse einen großen Leistungszuwachs beschert.

So kann man sich die Firebee Force individuell einstellen, je nach Windbedingung oder Art des zu befahrenden Untergrundes.

Das Fahren auf den möglichen Kursen stellt sich als äußerst angenehm dar.

Ist der Schirm in Strömung und Geschwindigkeit gebracht, ist es eine Freude auf Halbwindkurs, die Bremsen leicht anzuziehen und die Force laufen zu lassen. Hierbei kommt keinerlei Aggresivität rüber, der Schirm geht ruhig und lässig an die Sache.

Im schnellen Raumwindkurs kann man die Firebee Force laufen lassen, mittels Bremse immer mal wieder angebremst, losgelassen,
angebremst und man kommt zügig auf Speed. Dabei bleibt die Force stabil und läßt keine Hektik aufkommen.

Leichtes Aufkreuzen macht die Firebee von alleine, will man stärker gegen den Wind, muss man durch aktives Fliegen sich den Raumgewinn
erarbeiten. Dies ist jedoch leicht machbar und ermutigt den Piloten, die Möglichkeiten des Schirmes kennen zu lernen.

Aufgrund der Gutmütigkeit der Firebee ist es möglich, diesen Schirm über einen großen Windbereich zu fliegen. Die Firebee produziert kaum Seitenzug, liegt gut in der Hand und macht einfach Spass.

Im Binnenland bei extrem böigen Verhältnissen sollte man den Schirm nicht so weit an den Fensterrand kommen lassen und vor Erreichen des
Zenites den Schirm anbremsen. Dies ist aber in der Klasse der Intermediates bei allen Schirmen so, trainiert somit auch den Umgang mit der Bremse, was beim eventuell späteren Fliegen mit Hochleistern unumgänglich ist.
Fazit:

Rhombus hat mit der Firebee Force erneut gezeigt, dass gute Qualität zu kleinem Preis kein Gegensatz darstellen muss.

Der Kunde erhält einen Intermediateschirm, dessen Gutmütigkeit besonders ins Auge fällt, mit genügend Leistung auf allen Kursen.

Von Aggresivität keine Spur, so ist dieser Schirm ideal für den Piloten, der dem Einsteigersektor entwachsen ist und der neue
Herausforderungen im Intermediatebereich sucht.

Der etwas geringeren Leistung steht die absolute Gutmütigkeit sowie das einfache Handling entgegen. Mit der Firebee Force erlebt man keine böse Überraschungen, dafür viele positive.

Somit sollten auch letzte Zweifel aus der Welt geschafft worden sein, Rhombus hat eindeutig bewiesen, dass sich die Entwicklung und das Qualitätsmanagement auf einem absolut als Gut zu bezeichnendem Niveau befinden. Die Firebee ist Vergangenheit.

Nun heißt es: Firebee Force – The next Generation.

Klare Kaufempfehlung für diesen Schirm.
Maximale Punktzahl: 10

Geschwindigkeit: 8

Leistung: 7

Handling: 9

Dosierbarkeit: 8

Gutmütigkeit: 9

Anfängertauglichkeit: 9

Verarbeitung: 8

Preis:/Leistung 9.

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