Garmin Geko – It´s Tool Time

Text von: Andreas Schulz
Fotos von: Andreas Schulz

Hersteller: Garmin

Kategorie: Zubehör

Preis: ca. 130 Euro

Bezug: Fachhandel, z.b Globetrotter

Wenn man mit dem Buggy oder dem MTB unterwegs ist, kommt irgendwann
der Wunsch auf, seine gefahrenen Strecken zu protokollieren, zu sehen, wie schnell mal unterwegs war, wie viele Kilometer man gefahren ist u.s.w

Der erste Griff geht dann zum Fahrrad Tachometer, doch kommt schnell Frust auf. Bei kabelgebundenen Geräten reißt man das Kabel durch, dann fliegt der Magnet weg, oder das Gerät setzt bei höheren Geschwindigkeiten aus usw.

So hangelt man sich von Tacho zu Tacho, probiert und probiert und spätestens nach einer weiteren Session ist der Tacho dennoch hinüber.

Ist bei einem Buggy die Montage eines Tachos relativ einfach, wird es
spätestens beim MTB schon um einiges komplizierter.

Abhilfe schafft hier ein Messsystem, das unabhängig von einem Rad oder einem fahrbaren Untersatz funktioniert, ein GPS Empfänger. Kein Abnehmer am Rad, kein wegfliegender Magnet, keine störenden Kabel.

Es gibt diese Geräte in verschiedenen Formen, ob als Armbanduhr fürs Handgelenk, oder in Form eines Handys.

Wir haben uns für die Handyversion entschieden und wollen uns nun den kleinsten GPS Empfänger aus dem Hause Garmin, den Geko, mal genauer anschauen.

Es gibt ihn in folgenden Variationen, Geko 101, Geko 201 und Geko 301.
Der Geko 101 besitzt keine Datenschnittstelle, der Geko 301 hat gegenüber den anderen beiden Modellen noch einen GPS unabhängigen Kompass.
Erster Eindruck:

KLein, gelb, kompakt und unheimlich leicht kommt er daher.
Mit Batterie kommt er gerade mal auf 90 Gramm.

Inclusive der Ein- / Austaste hat er lediglich 5 Tasten, über die sich die gesamte Funktionspalette des Gekos abrufen läßt.

So kann man den Geko nach dem Einschalten einfach in die Hosentasche stecken und seine Arbeit verrichten lassen.

Oder man packt ihn in eine Schutzhülle und positioniert ihn gut sichtbar an der Deichsel des Buggys. Ganz wie man möchte.
Verarbeitung:

Die Verarbeitung des Gekos ist hervorragend. Dieses Gerät ist ja auch für den Outdoor Einsatz konzipiert.

So ist nach IPX 7 Standard der Geko Wasserdicht für 30 Minuten in 1 Meter Tiefe. Das Gehäuse ist robust, neongelb mit Signalfarbe lackiert.

Die Maße sind: 4,8 cm x 9,9 cm x 2,4 cm (B x H x T)
Damit ist er kleiner als die gängigsten Handys und kann problemlos überall verstaut werden.

Umso erstaunlicher sind seine Features, die in ihm stecken, dazu später mehr.

Als Stromquelle wird der Geko mit 2 AAA Batterien angetrieben. Diese halten ca. 12 Stunden.

Alternativ kann der Geko mit 2 AAA Akkus betrieben werden, bei einer Kapazität von 900 mA/h halten dann je nach Außentemperatur die Akkus bis zu 8 Stunden Dauerbetrieb, bevor sie wieder geladen werden müssen.

Dies reicht für einen langen Tag am Strand völlig aus.
Flugeigenschaften:

Bevor wir uns dem Praxistest widmen, wollen wir zunächst einmal die generelle Funktionsweise eines GPS Empfängers kurz darstellen.

Der Garmin Geko ist ein reiner Empfänger. Er empfängt die Signale von Satelliten, die unsere Erde umkreisen. Der Geko empfängt die Signale mehrerer Satelliten, genauer gesagt, nimmt er sich die Signale mit dem stärksten Empfang.

Dadurch, dass er einen PhaseTrac12TM-Empfänger besitzt, kann er bis zu 12 Satelliten gleichzeitig empfangen. Dies gewährleistet eine genaue Positionsbestimmung von unter 5 Metern.

Bezogen auf den Längen- und Breitengrad, kann der Geko seine eigene Position auf der Erde bestimmen.
Bewegt sich der Geko , wird eine neue Berechnung der aktuellen Position durchgeführt. Je nachdem , wie schnell sich nun diese Positionsänderung vollzieht, kann dadurch auch die Geschwindigkeit errechnet werden.

Soweit die Funktionsweise eines GPS Empfängers.

Nun zur Funktionalität und zum Praxistest.

Nach dem Einschalten des Gekos sucht dieser nach empfangbaren Satellitensignalen, die er nach etwa einer Minute gefunden hat; nun ist er einsatzbereit.

Jetzt kann er entweder in einer Tasche verstaut werden oder sichtbar am Buggy.

Der Geko verfügt über 5 verschiedene Anzeigen auf seinem Display, die durch Drücken einer Taste nacheinander abgerufen werden können.

1.) Das Menü.
Hier können Sie ihren Geko konfigurieren.

2.) Die Satelliten Anzeige
Gibt einen Überblick über die gerade empfangenen Satelliten und deren Signalstärken

3.) Die Track Anzeige
Der Geko zeichnet innerhalb eines gewissen Zeitraumes einen Punkt auf das Display. Bewegt man sich, kommt ein weitere Punkt hinzu, es wird quasi eine Spur Ihrer Bewegung aufgezeichnet und auf dem Display grafisch dargestellt.

4.) Kompass Anzeige
Hier wird ein Kompass angezeigt, der einem die Himmelrichtung angibt sowie die aktuelle Geschwindigkeit.

5.) Der Trip Computer
Diese Anzeige ist mit der eines Fahrradcomputers vergleichbar.
Dies ist die Anzeigeart, die man wählen sollte.

Hierbei wird das Display in 4 Felder unterteilt, in der verschiedene Informationen abgelesen werden können.

Der Clou an dieser Sache: Sie können diese 4 Felder frei programmieren, das heißt, sie können selbst bestimmen, welche Information in welchem Feld erscheinen soll.

Dazu können sie aus einer Liste eine Funktion wählen und diese einem Feld zuordnen. Dies gestaltet sich recht einfach.

Als Auswahl haben sie 31 Funktionen, von Geschwindigkeitsanzeigen, Positionsanzeigen, Höhenangaben, km Zähler, Kursanzeige, Kursabweichungen, Peilung, Durchschnittsangaben, Angaben über Bewegungen und über Stillstand u.a.

Somit kann man sich seinen Geko individuell an seine Bedürfnisse anpassen.

Also rein in den Buggy und los gehts. Wir haben den Geko in eine eigentlich für Handys gedachte Schutzhülle untergebracht, die staub- und wasserdicht ist, und an der Deichsel befestigt wird.

Das Display ist während der Fahrt gut lesbar. Als Anzeige haben wir folgende 4 Funktionen gewählt:
aktuelle Geschwindigkeit, max. Geschwindigkeit, Tageskilometer sowie Gesamtkilometer.

Somit haben wir eine vollwertige Alternative zu den bislang mit Frust eingesetzen Fahrrad Tachometern.

Aber halt, es geht noch weiter…………

Nachdem ein toller Tag am Strand vorüber ist, der Geko fleissig seine Daten gesammelt hat, geht es weiter zur Analyse.

Im Display kann man auf einen Blick schnell erfahren, wie viele Kilometer man gefahren ist, was die max. Geschwindigkeit war, usw.

Fahrrad Tachos werden nun ausgeschaltet und verbleiben am Buggy, beim Geko geht der Spass und der spannende Teil
erst richtig los………

Auf der Rückseite des Gekos befindet sich eine Gummilippe, die umgeschlagen werden kann.
Darunter sitzen vier Kontaktflächen sowie eine Führung für einen Stecker.

Mithilfe eines Datenkabels kann man den Geko (ab Modell 201) via serieller Schnittstelle oder USB mit einem Computer verbinden.
Es gibt eine Menge von Freeware, mit der man die im Geko gespeicherten Daten auf den Computer downloaden kann.

Als einfache Software hat sich G7towin (einfach danach googeln) herausgestellt.

Man startet diese Software, lädt die gesammelten Daten in das Programm.

Der Geko hat während der ganzen Zeit, in der man am Strand unterwegs war, permanent Daten gesammelt.

Eigentlich hat er lediglich die Längen und Breitengrade, sowie die Uhrzeit dazu gespeichert.

Dies tut er vollautomatisch in regelmäßigen Abständen, abhängig von der Geschwindigkeit, mit der man sich bewegt. Aus diesen Werten errechnet sowohl der Geko als auch das Programm alle weiteren Daten,
wie z.b Geschwindigkeit.

Es entsteht eine Liste, in der man die unterschiedlichen Werte ablesen kann, wann war ich wo, wie schnell usw.

Diese Daten speichert man nun als Datei, idealerweise mit Datum als Dateiname ab.

Nun hat man wiederum mehrere Möglichkeiten. Man kann diese Datei z.b dem Programm Autoroute übergeben, der dann in eine Landkarte die zurückgelegte Strecke als Linie einzeichnet.

Oder man überträgt diese Datei via Internet an die Seite: http://gpsvisualizer.com
Dort macht man noch Angaben, wie diese Daten verwertet werden sollen und es wird eine Karte generiert, in der die zurückgelegte Strecke farbig nach Geschwindigkeit als Linie dargestellt wird und
in eine Satellitenaufnahnme des Ortes, wo man gefahren ist, eingebaut.
Dies kann man sich dann ausdrucken, als Bild speichern, etc.

So kann man zum Beispiel gut erkennen, wie schnell man auf welchen Kursen unterwegs war, ob Halbwindkurs, Raumwindkurs oder auf der Kreuz.

So ergeben sich unzählige Einsatzmöglchkeiten für den Geko.
Dies geht sogar so weit, dass man ihn als Navigationsgerät benutzen kann.

Ein Bekannter schaltet den Geko ein und fährt mit dem Auto z.B. von Römö nach Blavand.

Diese Daten werden als Datei gespeichert.

Diese Datei wird auf einen anderen Geko als Track gespeichert.
Nun aktiviert man die Track Back Funktion und läßt sich durch den Geko navigieren.

Mit Hilfe einer Anzeige im Display wird ständig mittels Zeiger die Richtung, in die man fahren muss angezeigt, sowie die noch verbleibenden Kilometer bis zum Ziel.

Es ergeben sich durch dieses kleine gelbe Gerät eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten.

Kennen Sie Geoarching??? Schatzsuche via GPS. Auch eine Möglichkeit an windstillen Tagen den Geko sinvoll zu nutzen.

Oder wollten Sie schon immer mal wissen, wie schnell Ihr Lenkdrache durch das Windfenster fliegen kann und wieviele Kilometer er am Himmel zurücklegt ????

Binden Sie den Geko einfach ans Gestänge, 90 Gramm sollte der Drachen doch heben können.

Oder eine Wandertour an der Wasserkante entlang, den Geko in der Jackentasche…………..
Fazit:

Der Geko 201 von Garmin bietet für seine 130 Euro eine Menge an Funktionen, die wiederum in sehr vielen Bereichen sinnvoll genutzt werden können.

Im Bereich des Buggys oder MTB wird er im Gegensatz zu den Fahrrad Tachos für Lust statt Frust sorgen.

Spätestens, nachdem der 5.te Fahrrad Tacho seinen Geist aufgegeben hat, wird man denken, hätte ich gleich den Geko genommen, dann sind nämlich die 130 Euro in Form von Tachoschrott aufgebraucht.

Also lieber gleich zu einem sinnvollen Tool gegriffen, an dem man lange Zeit seine Freude haben wird und der auch außerhalb des Drachensports noch universal einsetzbar ist.

Klare Kaufempfehlung..

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