MANIAC L – Der Speeddrachen mit Allroundertalenten

Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: J.O.

Hersteller Scirocco Kites, Matthias Franke. Am Berge 37 in 21335 Lüneburg (siehe Banner)

Spannweite 2.00 m

Höhe 0,85 m

Gewicht 325 g

Tuch Chikara 42 g

Gestänge Exel Extreme 6/8 mm

Empf. Schnurvarianten 30-35 m/ 70-120 Kp

Windbereich in Bft. 1.5 – 8+

Preis in Euro 117.50

Bezug Scirocco Kites

Mit dem MANIAC L stellt sich ein Speeddrachen von 2 Metern und robustem Äußeren vor. Die Drachenschmiede Scirocco Kites – in Person von Matthias Franke – steht für klassische Lenkdrachenformen, die durch enorm gute Flugeigenschaften bislang aufgefallen sind.
Der Maniac L ist der kleinste seiner Brüder und der schnellste. Aber: es ist nicht nur die Schnelligkeit, die diesen Drachen aus dem Markt hervorhebt … Erster Eindruck:

Wer sich bei den Charakteristika von Speed-Drachen auskennt, traut dem MANIAC L auf den ersten Eindruck sein Vermögen zu. Er wirkt robust, so dass er ohne Zweifel den hohen Kräften, die einem Burschen seiner Kategorie um die Ohren wehen, trotzen wird.

Er ist von augenschmeichelndem Design.

Man hat mit ihm einen Kumpel an der Seite, mit dem man durch Dick und Dünn gehen kann. Verarbeitung:

Scirocco Kites zählt zu jenen deutschen Drachenschmieden, die schon immer die Verarbeitungsqualität an oberster Stelle aufgehängt haben. Die 14 Paneele sind in Segelmachernaht verarbeitet. Verstärkungen am Mittelkreuz und darunter. Es wird einem optisch sofort klar, wo der Angriff der Urkräfte erwartet wird. Die untere Querspreize ist 8mm Exel – alle anderen Stangen sind 6 mm. Die Wings-Verbinder sind klebebandgestoppt (sehr gut!). Da können nie mehr Clips abspringen. Eine Technik alter Speed-Power-Schule. Die Stand-Off-Taschen auf dem Segel haben eine extrem lange Führung. Ein Speed – Drachen ist immer extrem gefordert. Die Taschen geben daher zusätzliche Führung und Sicherheit, dass sich nichts durchscheuert.Die Saumkannte ist verstärkt; weite Buchten; hohe Segelvorspannung. Die typgerechte Verarbeitungsqualität hat Lehrbuchcharakter. An dem MANIAC L kann ein neuer Drachenbauer lernen, worauf bei Bau eines Speed – Drachens zu achten ist. Sehr angenehm zudem: die geräumige Tasche. Ich persönlich schätze Drachentaschen, wo auch noch 2-3 andere Flieger hineinpassen: das macht ihn nicht so allein. „Heel gezellig,“ wie man in Holland sagt. Flugeigenschaften:

Bft. 1.5 – 2 An 30 m / 70 Kp fühlt sich der MANIAC L hier am wohlsten. Er fliegt schon in diesem „kleinen“ Windbereich richtig schnell und ist absolut stabil am Windfesterrand. Ein leichtes Rauschen begleitet seinen Flug. Er gibt zu ahnen, was den Piloten in höheren Winden erwartet. Ein spannendes Zusammentreffen. Ein freudiger Nervenkitzel. Der Start geht leicht, die Loopings sind eng. Die Landung ist schwieriger (was bei Speeddrachen so üblich ist). Der MANIAC L hat einen hervorragenden Druckaufbau. Das spricht für die Ausgewogenheit des Drachenkörpers und damit für das Konzeptionstalent des Erbauers Matthias Franke. Bft. 2 – 3 Hohe Stabilität am Windfensterrand. Es ist sogar ein Flügelstand möglich. Und jetzt eine Überraschung für mich: Tricks, wie Half Axel to Fade, doppelt eingewickelt (wegen der geringen Höhe + Gewicht), Ground Axel to Fade – aufsteigend, Flic Flac .. sind klasse! Speed-Drachen hassen normalerweise Tricks. Auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung, wenn man die ganze Zeit auf Speed gewesen ist. Bft. 4 Noch immer reicht die 30m / 70 Kp – Schnur. Hier wird deutlich, dass der MANIAC L kein Speed-Power-Drachen sein will und auch nicht ist. Drachen dieser Kategorie würden in Bft. 4 den Piloten sauber vom Boden trennen. Windstärke 4 und der MANIAC L ist der Einstieg ins Vergnügen. Erste Gänsehaut. Die Loopings sind für einen 2 Meter – Drachen sehr eng, aber bleiben beherrschbar. So traumhaft kann Speed-Kiting sein. Ideal! Erstaunlich: die Waage braucht nicht verstellt zu werden! Also einer jener wenigen begnadeten Flieger, bei denen das so ist. Trotzdem würde ich zu einer 2 Knotenwaage raten – allein wegen der Experimentierbarkeit. Der Hersteller arbeitet daran. Bft. 6 – 7 – 8 Die optimale Schnur ist jetzt 35 m lang und hat 120 Kp Absicherung. Immer noch braucht die Waage nicht verstellt zu werden (!) Sehr wichtig in diesen höheren Winden: der Aufbau und der Abbau sind einfach. Der Start vollkommen unzickig. Und jetzt klappt es auch mit der Landung. Der MANIAC L ist kein Selbststarter (wie der gute alte Hawaiian). Er zieht bei Bft. 8 den erwachsenen Piloten bis 100 Kg aus dem Sitzen weg, ohne aber mit Power anzugeben. Die Geschwindigkeit ist nich hyperschnell – sehr passend. Ein Speeddrachen für Erwachsene! In den Loopings wird die Power noch einmal dringlicher. Großes Plus: auch in hohen Winden ist er immer sehr gut zu führen. Und: der Test ging bis Bft. 8. Das war aber noch nicht sein Ende… Änderen wird Matthias Franke die Größe des Waageanknüpfungspunktes. Die 140 Kp-Schnur rutschte mit der Ummantelung drüber. Ein Handgriff für 4 Sekunden. Vergleich in seiner Kategorie:

In seiner Kategorie ragt er zum Einen wegen seiner Größe – zum anderen wegen seiner zusätzlichen Allrounderfähigkeiten heraus. Das sehr große Windspektrum sticht hervor. Er ist ein Drachen mit höchster Verarbeitungsqualität und gleichsam der Wahl von wertigen Materialien. Ein Spitzenprodukt. Fazit:

Speed-Kiting at his best. No more words..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *