MY FLY (RTF) – Alienwelt für Anfänger ?

Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: J.O.

Hersteller www.invento-hq.com

Spannweite 1.45 m

Höhe 45 cm

Tuch Ripstop Nylon

Gestänge 5 mm Fiberglas

RTF Winder/ Q-Fusion rot 2 x 20 m/23 Kp

Gewicht 185 g

Windbereich in Bft. 1.5 – 5

Preis in Euro ca. 40,-

Bezug Fachhandel

Den MY FLY von INVENTO gibt es 2006 als Nachfolger des SOLERO. Er soll, was ja für einen Einsteigerdrachen wichtig ist, einfach zu fliegen sein und durch seine Robustheit auch so manchen Anfängerabsturz wegstecken können.

Das Modell erscheint in 2 Farbvariationen: rot/gelb/blau (Testdrachen)und violett/orange/gelb.

Erster Eindruck:

Auf den ersten Eindruck wirkt er wie das KLEINE BEAST. Die Segeloptik ist identisch. Bei dem „Kleinen“ wirken die Farben noch kompremierter, noch eine Idee stärker. So ist auf der kleinen Segelfläche optisch viel los. Eine mutige und schöne Entscheidung. Für kleine 40 Euro bekommt man ein rundum Klassepaket. TOPP ! Verarbeitung:

Dieser Einsteigerdrachen hat sage und schreibe 12 (!) Paneele (incl. Mylar). Insgesamt ist die Segelarbeit sehr aufwendig – wuchtige Zick-Zack-Nähte, die sauber platziert sind.

Die Stand-Offs haben eine Länge von 22 cm (!!). Donnerwetter. Viel Bauch für den Kleinen. Bedeutet z.B. ruhige Lage am Windfensterrand und Gutmütigkeit im Flug.

Starkwindwaage, Spannschnur für Saumkante, kräftige Nase, stabile Verbinder. Alles OK. Die Buchten an den Verbindern sin viel zu klein (Aufreißgefahr).

Die Q-Fusion-Leine 2 x 20 m / 23 Kp ist nur für den Leichtwind- bis Mittelwindbereich geeignet. Zudem sind 20 m gut für Trickflug. 30 m sind geeignet für den Anfänger. Die Starkwindschnur sollte 50 Kp haben / 20 – 30 m.

Die Tasche ist für den Anfänger sehr geräumig und durch die Plastikfront witzig gemacht.

Flugeigenschaften:

Der MY FLY ist in kleinen Winden von Bft. 1.5 – 2.5 an den mitgelieferten Schnüren ein leicht zu handelnder Drachen. Wi der Bauch erwarten ließ, zeigt er sich von der gutmütigen Seite. Die Loopings, die Richtungswechsel, Starts, Landungen, Windfensterpositionen – er absolviert es gekonnt. An den 20 m Schnüren verhält er sich eher wie ein Anfängerdrachen, der schnell in andere Kategorien überleiten will. So bietet er ein wenig den Trickflug an und ist durch das Mylar und das relativ straffe Segel für einen Anfängerdrachen schnell.

Je mehr Wind aufkommt, um so mehr unterstreicht er diese Seite. Jetzt sollte man andere Schnüre wählen: 50 Kp / 30 m sind Schnüre, die in vielen Lebenslagen die Goldene Mitte darstellen. Er zeigt, dass er Geschwindigkeit machen kann. Wenn der Anfänger sich auch noch im „Saumschnurtuning“ versteht, ist hier eine weitere Möglichkeit eröffnet, mit Geschwindigkeit „zu spielen“. Je mehr man die weiße Saumschnur an den Flügelenden herauszieht – max 1 cm – und an der Flügelspitze neu befestigt, um so schneller wird der Drachen. Hierzu würde ich mit noch etwas Schnur die Saumschnurenden verlängern, damit man sie später einfacher an der Flügelspitze befestigen kann.

Der MY FLY kann bis Bft. 5 – darüber quält man seinen Körper. Und das wollen ja nur die sadistischen Anfänger: Materialbeanspruchung über dem Limit. Vergleich in seiner Kategorie:

Der MY FLY ist eigendlich etwas ein Kategorienüberflieger: a) Anfängerdrachen-normal, b)Anfängerdrachen-Trick, c)Anfängerdrachen-Speed. Die Kategorien b) und c) deutet er lediglich an – eben anfängerisch. Um a) als blutiger Anfänger zu erleben, sollten 30 m lange Schnüre gewählt werden.

Das 40 Euro – Segment ist in Europa und den USA hart umkämpft. Der MY FLY braucht sich da nicht zu verstecken. Er gehört zu den TOPP-Fliegern. Fazit:

Der MY FLY ist ein guter Vertreter seiner Klasse. Ohne Bedenken kann man ihn den 8 – 14 jährigen in die Hand geben, damit sie erste Erfahrungen sammeln. Er macht zudem neugierig auf andere Erlebnisbereiche des fortgeschrittenen Drachenflugs..

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