Ron Graziano, Die US-Szene und The Machine

Text von: Daniel Flinkmann
Fotos von: John Chilese, Dan Whitney, Steve Hall
Ron Graziano ist einer der Top-Piloten in den USA. In den letzten Jahren ist Ron dadurch aufgefallen, dass er den europäischen Stil in den USA-Wettkämpfen flog und immer über den Ozean-Tellerrand schaute. Der von Cavaliers Du Ciel gesponsorte Pilot konstruierte nun auch noch einen sehr interessanten Wettkampfdrachen und gewann damit schon die ersten Trick-Shootouts.
Kite-Tests nutze die Chance und interviewte ihn:

Kite-Tests: Hallo Ron. Ich freue mich, dass wir die Zeit gefunden haben uns ausgiebig zu unterhalten. Wir trafen uns ja schon in Las Vegas auf der KTAI 2003 und sind dort zusammen ein paar Drachen geflogen. Seit wann fliegst Du überhaupt Drachen?

Ron Graziano: Hallo Daniel, ich kann mich ganz gut an die KTAI zurückerinnern.
Ich fliege nun seit 6 1/2 Jahren Drachen – 4 1/2 Jahre davon schon im Wettkampf.

KT: Ich habe Dich immer nur Zweileiner draußen fliegen sehen, fliegst Du auch andere Drachen?

RG: Ich fliege auch Vierleiner draußen, wobei ich die nicht im Wettkampf fliege. Ich genieße es Rev-Drachen zu fliegen. Leider finde ich in der letzten Zeit keine Zeit dafür, da ich an meinen eigenen Zweileiner-Designs arbeite.

Ich fliege auch Indoor, natürlich Zwei und Vierleiner. Ich fliege dort nicht so oft in Wettkämpfen. In der Halle gebe ich lieber Flugdemonstrationen oder arbeite als Judge auf Wettkämpfen.

KT: Warum fliegst Du überhaupt Drachen?

RG: Das ganze begann auf unserer Urlaubreise in New Jersey, September 1997. Meine Frau Stephanie brachte ihren sehr alten Skynasaur Aerobat, den sie seit Jahren besaß aber nie flog, mit zum Strand. Wir brauchten etwas länger um herauszufinden wie man so einen Drachen zusammenbaut. Irgendwann war er dann doch noch in der Luft.
In dem Moment, als ich die Leinen in den Händen hatte, war es um mich geschehen. Ich kaufte mir meinen eigenen Lenkdrachen noch am gleichen Tag. Ein paar Wochen später folgte dann auch der erste “richtige“ Drachen. Dies war der HQ Jam Session. Seit dem habe ich sehr viele Drachen gekauft und selber gebaut.

Die Gründe warum ich fliege sind vielfältig. Es ist dieses Gefühl von Herausforderung, Leistung und das pushen deiner eigenen Grenzen. Leuten zu zeigen was ein Drachen kann, ist einfach ein herrlicher Spaß.
Der Hauptgrund ist aber, dass Drachenfliegen mich in einen Zustand bringt, in dem mich nichts mehr stören oder ärgern kann. Ich kann den ganzen Alltagsstress einfach vergessen. Drachenfliegen ist für mich der pure Genuss.

KT: Wo fliegst Du, wenn Du trainierst oder mit Deinen Freunden eine Drachensession machst?

RG: In den ersten Jahren bin ich an den Shorelines in Connecticut geflogen. Dort gibt es sehr schöne Parks, direkt in der Nähe der Strände, wo natürlich auch immer eine sanfte Meeresbrise weht. Leider sind diese Parks alle ca. 45 bis 90 Autominuten von meinem Haus entfernt, aber der Weg lohnt sich trotzdem jedes Mal.

In den letzten Jahren fliege ich fast nur noch im Liberty State Park in New Jersey, welcher auch 90 Minuten entfernt ist. Dort gibt es eine ziemlich große Gruppe Drachenflieger von denen sogar einige auch aktive Wettkampfpiloten sind. Es ist ein wunderschöner Platz, direkt am Hudson River von Manhattan gelegen, mit Blick auf die Freiheitsstatue. Der Wind kommt meist über den Fluss und ist auch immer recht gut. Der Park ist für mich der beste Platz um mit meinem Pairpartner Ari Contzius zu üben.

KT: Wie sieht es denn mit neuen Drachenfliegern in deiner Gegend aus? Wird die Szene bei euch eher größer oder kleiner?

RG: Die Gruppe ist eigentlich über die ganze Zeit ungefähr gleich groß geblieben. Ein paar Leute wandern vom Drachenfliegen ab, neue Piloten kommen wieder hinzu. In manchen Gebieten, in denen ich im Wettkampf geflogen bin, vor allem im Südosten der USA, wächst die Szene sehr stark. Der Enthusiasmus und die Anzahl der Flieger ist dort immens.
KT: Du bist ja ein sehr bekannter Masterclass Pilot in der AKA. Welche Plätze hast du in den letzten Jahren erreicht?

RG: Ich bin in zwei Ligen angetreten – in der AKA National Sport Kite Conference System, sowie in der Eastern League. Die Eastern League ist eine Serie von Wettkämpfen, die nur an der Ostküste der USA stattfinden.
In den letzten zwei Jahren habe ich in der Northeast Conference der AKA, sowie in der Eastern League, den ersten Platz im Ballett und in der Präzision in der Individual Gruppe erreicht. Den ersten Platz schaffte ich auch bei der AKA Grand National Competition 2002 im Ballet.

Gerade in Sachen Tricks ist in den letzten Jahren jede Menge passiert. Als ich im Wettkampf startete gab es nur eine handvoll Flieger die überhaupt einen Trick in ihrem Ballet einbauten. Das war selbst bei Masterclass-Piloten so. Man erklärte mir, dass auf Tricks genauestens geachtet werden würde, weil viele Judges Tricks für unangemessen in einem Wettkampfballett hielten und entsprechend viele Minuspunkte verteilten.
Als ich in die Masterclass gerückt bin, habe ich mich dazu entschlossen, dass ich Tricks in mein Ballett mit einbaue, auch wenn es anfangs sehr schmerzhaft sein würde. Ich wollte den Judges einfach zeigen, dass Tricks und Balletts zusammenpassen. So richtig viele Minuspunkte habe ich dann doch nicht bekommen, und heute fliegen nahezu alle Masterclass Piloten ihre Routinen mit Tricks. Heutzutage ist es eher so, dass man gar keine Chance auf die Masterclass hat, wenn man keine der modernen Tricks beherrscht.
Der Einfluss der Europäer und ihrem Flugstil hat diese Entwicklung in den letzten zwei Jahren natürlich sehr beschleunigt. Durch das R-Sky Team und Mathieu Mayet ist innerhalb von einem Wochenende in Wildwood, mehr Bewegung in die US-Wettkampfszene gekommen als in den kompletten 5 Jahren zuvor.

KT: Wie sieht es denn generell mit der US-Drachenszene aus? Letztes Jahr in Las Vegas hinkte die US-Trickflugszene noch hinter der europäischen her. Wie ist es heutzutage?

RG: Nun, die USA ist ziemlich groß. Ich kann daher nicht über die Situation aller Teile Amerikas sprechen. Ich bin aber zu vielen Plätzen im Osten, Mittleren Westen und an der Westküste gefahren und kann sagen, dass die Trickszene bis zum letzten Jahr etwas stagniert ist. Es gibt wirklich gute Trickflieger in den USA. Es werden aber keine neuen Tricks erfunden, sondern versucht die alten zu perfektionieren. Das ganze hat sich jedoch im letzten Jahr stark geändert: Die US-Piloten lernen wie wild Tricks, welche man bis zum Jahre 2002 im gesamten Land überhaupt nicht gesehen hat. Der Hauptgrund hierfür ist wieder der europäische Einfluss auf die weltweite Szene.

KT: Innerhalb von Europa gibt es verschiedene Bereiche und Stile. Die Franzosen sind im Moment führend im Trickbereich und im Wettkampf. Die Deutschen sind den Franzosen etwas hinterher, bauen aber beispielsweise qualitativ sehr hochwertige Drachen. In Grossbritanien gibt es Edelhersteller und ein paar Drachensportikonen, die fast schon Popstarstatus in der Szene genießen.
Gibt es so was auch in den USA? Wie seht ihr überhaupt die europäische Szene?

RG: In den USA haben wir seit jeher einen “East Coast“ versus “West Coast“-Style. An der Ostküste fliegen viele sehr präzisionsorientiert. Also sauberes und ruhiges Fliegen, gerade Linien, flüssige Übergänge und so weiter. Die Piloten an der Westküste waren schon immer eher radikal – viele Bodentricks, lockerer Flugstil, eher aggressiv.
Ich glaube aber, dass diese Charakteristik sich fast komplett aufgelöst hat. In den letzten Jahren haben die Wettkampfpiloten immer mehr auf die Europäer geschaut um neue Ideen einzubauen. Durch das Internet und die schnellen Verbindungen besorgen sich die Amerikaner natürlich die ganzen Videos der Top-Piloten in Europa. Dadurch gab es eine riesige Welle von neuen Impulsen.
In meinem Fall war es 2002 so, dass ich das Gefühl hatte, mein bisheriges Ballett sei an seine Grenzen gestoßen – es war Zeit für neue Inspirationen. Als im September 2002 die ersten europäischen Wettkampfvideos ins Internet gestellt wurden, hat es mir quasi die Augen geöffnet. So ging es wohl vielen US-Piloten.
Piloten aller Klassements begannen die modernen Tricks in ihre Routinen einzubauen. Und auch die Judges tolerierten sie zunehmend als ein Muss in modernen Balletts.

In den USA haben wir keine professionellen Judges oder Field Directors, da Wettkampfpiloten und Judges dieselben Personen sind. Der Vorteil davon ist, dass die Judges selber wissen wie hoch der Schwierigkeitsgrad der geflogenen Tricks ist.
KT: In Europa sind Freestyle Wettkämpfe, Trick Clinics und Tricks-Partys sehr populär geworden. Gibt es bei euch ähnliche Events?

RG: In den USA gibt es bisher nur das Trick Shootout. Das ganze nennt sich Hot Tricks Shootout und wird schon seit vier Jahren gemacht. Seit dem Jahre 2000 habe an den ersten Events für die Ostküste mitgearbeitet. Parallel dazu wird dies auch an der Westküste praktiziert.
Die Regeln dazu basieren auf Andy Wardley’s “Trick Out“ Konzept, welches immer zwei Piloten gegeneinander antreten lässt und einer in die nächste Runde kommt. Geflogen wird 3 Minuten lang, wobei alle 30 Sekunden zwischen den Piloten gewechselt wird. Wer gewonnen hat entscheiden immer die Zuschauer oder die übrig gebliebenen Piloten.
Die Musik läuft einfach von CD ab, ist aber so gewählt, dass die Piloten die Musik nicht kennen und somit nicht heimlich etwas einüben können.
Für die Hot Tricks Shootouts an der Ostküste habe ich eine Software geschrieben, die alles für solch einen Wettkampf beinhaltet: Piloten Liste, eine Aufstellung wer gegen wen fliegt und einen MP3-Musikabspieler, welcher sogar einen Countdown durchgibt.
Meine Frau bringt immer unseren Laptop-Computer zu diesen Events mit, sodass wir innerhalb von 10 Minuten den kompletten Wettkampf organisieren können.
So ein Hot Trick Shootout ist kein Einzelevent, wie die Trickpartys in Europa, sondern werden spontan auf Drachenfesten organisiert, sobald genug Piloten gerade Lust dazu haben.
Oft sind diese Events auf eine Stunde limitiert, sodass 8 Piloten gegeneinander antreten können.
In der Anfangszeit wurden bei diesen Shootouts nicht nur Zweileiner, sondern auch Vierleiner oder fliegende Zelte (oder andere komische fliegende Dinge) geflogen, die eher nichts mit Slack-Line Tricks zu tun hatten. Viele Zweileiner-Trick-Puristen empfanden dies als sehr nervig und störend, da die Gewinner durch die tobende Menge gewählt wurden. Die Zuschauer, die meist wenig über den Trickflug generell wissen, wählten natürlich die urigsten und lustigsten Teilnehmer, egal wie der Drachen flog.

Diese Dinge haben sich aber schon seit langem geändert. Wir haben jetzt viel mehr Tricks und gute Trickflieger zur Verfügung. Für die Ostküste haben wir auch das Judging geändert: Es dürfen immer die teilnehmenden Piloten entscheiden wer gerade gewonnen hat. Das hört sich jetzt vielleicht etwas merkwürdig an, aber es funktioniert sehr gut. Zumindest können nun die Judges korrekt einschätzen, was für eine Qualität der Pilot gezeigt hat. Die Resultate sind sehr fair.
Während einer der letzten Events in Florida hatten wir einen 8 Piloten-Shootout. Alle Piloten waren ziemlich gute Trickflieger und jede Runde war eine echte Herausforderung. Es war wohl das erste Mal, dass ich so einen Shootout in solch einer hohen Qualität gesehen habe. Das war Spitze!
In der letzten Zeit sprechen immer mehr Piloten über die Organisation von richtigen Trickpartys in ganz USA.

KT: Hast Du irgendwelche Pläne europäische Drachenfeste zu besuchen?

RG: Bisher habe ich keine Pläne, aber ich würde sehr gerne ein paar Feste besuchen. Ich bin zu der Tricks Party beim Natur’Ailes in Narbonne eingeladen worden. Leider sieht es so aus, als ob das Festival dieses Jahr abgesagt wird. Das größte Problem der europäischen Festivals ist natürlich das Geld und der Zeitaufwand.
Wir haben zehn große Wettkämpfe an der Ostküste der USA, an denen ich jede Saison teilnehmen muss. Dazu kommen noch die AKA Grand Nationals. All’ dies ist ganz schön teuer und natürlich auch ein Problem der zeitlichen Koordination mit meinem Beruf. Da noch Zeit und Geld für europäische Feste zu finden, ist sehr schwer. Aber wie gesagt: In Zukunft hoffe ich auch mal auf europäischen Festivals zu fliegen …

Ich bin sehr froh darüber, dass ein paar europäische Piloten es schaffen zu unseren Festen zu kommen. Letztes Jahr waren ja das R-Sky Team, Mathieu Mayet in Wildwood und Felix Tric in Newport. Ein solch hohes fliegerisches Level zu sehen, ist eine große Inspiration für alle US Piloten.

KT: Welche Drachen bist Du in den letzten zwei Jahren geflogen?

RG: Ich startete meine Wettkampfkarriere mit The Lark Light, Stripes und Speed Limit von Aerodrone Kites. Auch Tricks konnte ich damit recht gut fliegen. Dann startete ich im Pair mit Ari und wechselte auf die Shiva Drachen, da Ari von Avia und Cavaliers du Ciel gesponsert wurde. Im Jahr 2001 und 2002 bin ich mit den Shivas geflogen, bis dann 2003 die STX Serie vorgestellt wurde. Ich wechselte auf den STX 2.3 für mein Einzel-, Pair- und Trickflug. Ich bin mir absolut sicher, dass der Einfluss der europäischen Masterclass Piloten, sowie die Möglichkeit mit dem STX 2.3 zu fliegen, meinen Flugstil und meine Fähigkeiten extrem erweitert und verbessert haben. Jetzt, im Jahre 2004 fliege ich immer noch meinen STX 2.3 und natürlich ist da noch “The Machine“ …

KT: In den Internetforen und auf den Drachenwiesen sprechen alle von “The Machine“, die Du designed hast. Erzähl doch mal…

RG: The Machine war eigentlich nur ein Experiment. Ich wollte gerne einmal sehen, in wie weit ich einen guten Wettkampfdrachen bauen könnte. Ich weiß schon recht viel über Drachen und Waagen, und habe auch schon viele Einleiner gebaut. Einen Zweileiner habe ich jedoch noch nie designed.
Ein guter Freund, Shawn Tinkham (der Designer des Wettkampfdrachens Viper), motivierte mich mit seiner Leistung dazu auch einen eigenen Drachen zu kreieren.
Im Oktober 2003 begann ich ein paar Prototypen zu nähen. Manche waren schon recht gut, andere wiederum nicht. Beim vierten guten Prototyp Segel hatte ich das Gefühl, dass ich etwas recht gutes in den Händen hielt. Das daraus resultierende fünfte Segel wurde dann die erste “Machine“. Der Name Machine entstand durch Freunde, die mich immer Maschine nennen, weil ich rausgehen und 8 Stunden nonstop fliegen kann. Pausen zum Essen und Trinken oder für andere Bedürfnisse brauche ich dann nicht 🙂

The Machine ist natürlich inspiriert durch die Drachen, die ich gerne fliege, sowie der Art von Performance, die ich bei Drachen mag. Ich wollte etwas kreieren, dass dem STX, dem Nirvana und der Viper ebenbürtig war. Trotzdem sollte der Drachen anders und auf meinen individuellen Flugstil zugeschnitten sein. Mit dem Design habe ich einen ziemlichen Glücksgriff (Anfängerglück?) getan und fast alle meine Ziele erreicht.

KT: Ist der Drachen eher ein Präzisionsdrachen oder eher ein Freestyledrachen ohne Wettkampfambitionen?

RG: The Machine ist ein richtig schöner Präzisionsdrachen. Mir war von Anfang an klar, dass ich einen richtig präzisen Drachen bauen wollte. Dies war mir sehr wichtig. Ein weiteres Ziel von mir war es, einen trickfähigen und langsam fliegenden Drachen zu kreieren, der auch als Pair- und Teamdrachen genutzt werden kann.

KT: Bist Du den Drachen schon im Wettkampf geflogen?

RG: Ich flog ihn zuletzt in St. Augustine Sport Kite Championship in Florida. Ich flog dort die Machine Light und Standard für die Einzelpräzision und die Machine Light für das Ballett. Ari und ich flogen mit der Machine Standard im Pair (Präzision und Ballett) und auch beim Hot Tricks Shootout.
Die Ergebnisse waren recht gut – ich hab den ersten Platz im Ballett und den zweiten in der Präzision gemacht und den Hot Tricks Shootout gewonnen. Ari machte den zweiten Platz im Ballet, während wir im Pair den ersten Platz erreichten.

KT: Auf den veröffentlichen Videos sieht man fast zeitlupenhafte Comets … ist das einer der Lieblingstricks des Drachens?

RG:
Ja, der Drachen liebt Cometes. Man kann sehr schnelle, als auch sehr kontrollierte und langsame machen. Schön, dass er beides kann. Dazu muss ich aber sagen, dass mein anderer liebster Drachen, der STX 2.3, die Cometes auch traumhaft schön macht – egal ob schnell oder langsam.

KT: Ich wette Du hast deinen Drachen auch mal anderen Piloten gegeben – was sagen sie zu deinem Modell?

RG: Natürlich gab ich den Drachen vielen unterschiedlichen Piloten. Bei manchen passte er recht gut, andere wiederum kamen damit nicht klar. Viele mögen die Präzision, bei mehr Wind baut der Drachen jedoch einen recht hohen Druck auf, was viele Piloten nicht mögen.
Viele waren völlig überrascht wie schnell und einfach der Drachen in den Pancake geht. Dies habe ich extra im Design bedacht, da ich dies auch bei viel Wind in meinen Routinen schaffen möchte.

Ich habe den Drachen aber nur für mich und meinen Stil gebaut und nicht für eine große Bandbreite von Piloten. Der Drachen verlangt einen aggressiven Flugstil, mit dem nicht jeder Pilot zurechtkommt.

KT: Ich glaube, dass viele Piloten in Europa ziemlich interessiert an diesem genialen Drachen sind. Planst Du den Drachen zu bauen und zu verkaufen oder gibst Du den Drachenplan an deine Sponsoren Avia Sports bzw. Cavaliers Du Ciel weiter?

RG: Bis jetzt habe ich keine Pläne den Drachen selber zu bauen, zu verkaufen oder jemand anderen den Drachen bauen zu lassen. Ich genieße die Zeit an dem Drachen zu arbeiten und mit unterschiedlichen Konstruktionen zu experimentieren. Im Moment arbeite ich zum Beispiel an einer Ultra Leicht Version und habe auch schon angefangen einen Vented davon zu designen. Ich baue und fliege die Drachen, da es mein Hobby ist und möchte es auch dabei belassen. Ich bin mir sehr sicher, dass durch Bauen und Verkaufen von Drachen sich mein Hobby zu einem Job entwickeln würde, und ich dadurch meinen Spaß an der Sache verlieren könnte.
Bis jetzt habe ich Spaß daran den Drachen für mich und meine guten Freunde zu bauen. Weiterhin plane ich hier und da einen Drachen in einer Auktion zu versteigern. Von dem Geld werden dann Drachenfestivals unterstützt.

KT: Was denkst Du wird in den nächsten 2-3 Jahren im Drachenbereich passieren?

RG: Schwer zu sagen, wenn man sieht was in den letzten zwei Jahren passiert ist. Ich wünsche mir, dass viele neue Leute zu diesem Sport finden und wir Piloten unsere Grenzen noch weiter hinauspushen.

KT: Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Dir von Herzen, dass es weiterhin so gut für Dich in den Wettkämpfen läuft. Deine Arbeit für die Drachencommunity ist spitze. Mach weiter so!

Ron Graziano ist unter anderem im Drachenforum von www.GWTW-Kites.com unter dem Usernamen RonG erreichbar. Er leitet dort auch den Bereich von “Cavaliers Du Ciel“..

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