Rush 200 – Doppel Blind Test – Rush 200

Text von: Jürgen Okrongli, Andreas Schulz
Fotos von: Jürgen Okrongli, Andreas Schulz

Hersteller: Invento HQ

Kategorie: 2- Leiner Lenkmatte

Maße: SPW: 200 cm , Höhe: 68 cm

Material: Nylon

RTF: 2 X 20 Meter ; Controllbar

Gewicht: 260 Gramm

Windbereich: 1 – 6 bft

Preis: 99,98 Euro

Bezug: Drachenfachhandel

….wie, du auch ????

Das war der Entscheidene Satz im Telefonat zwischen Jürgen Okrongli und Andreas Schulz.

Beide hatten, ohne etwas davon zu ahnen, von 2 verschiedenen Seiten aus dem Hause HQ die Rush 200 als Testgerät zugesandt bekommen.

Jeder hatte den Schirm für sich getestet, den Bericht geschrieben, um dann durch Zufall zu erfahren, dass jeweils der Andere auch die Rush 200 in seinen Händen hatte.

Was liegt da näher, als einen DOPPEL-Blind-Test in Kite-Tests zu veröffentlichen.

Ladys & Gentlements, here are the results of the Kite-Tests – Jury……..

(J.O )

Die RUSH 200 versteht sich als ein „2-Leiner Fun- und Trainer Kite“. Sie soll neben dem normalen Flugspass auch Trainingsmatte fürs Kite-Surfen, Mountain-Bording, Snow-Kiten bzw. Power-Kiten sein.

Das entstandene Paket steht preislich und ausstattungsmäßig einzigartig auf dem Markt.

( A.S )

Die Nürnberger Messe dieses Jahr zeigte neben der neuen Auflage der Beamer sowie dem Erscheinen des neuen Intermediate Schirmes „Crossfire“ eine weitere Neuheit. Die Rush 200.

Ein 2-Leiner Schirm, RTF, mit Bar ausgeliefert. Eine Größe, basta.

Zielgruppe: Einsteiger in den Lenkdrachensport, Schulungszentren, die dem Schüler das Fliegen an der Bar beibringen wollen.
Erster Eindruck:

( J.O )

Ein fachlich wohl durchdachtes Konzept. Sieht man nur den Rucksack für sich – mit seinem überdimensionalen Reißverschluß- denkt man unweigerlich an die Zielgruppe „Jugendliche“.

Aber: das allein ist es nicht.

( A.S )

Beim Betrachten des 3-eckigen Rucksackes fällt der Blick zunächst wieder auf den riesigen Zipper. Cooperate Identify, die Erinnerung deutet sofort auf die Beamer.

Beim Öffnen des Rucksackes bestätigt sich dieser Eindruck erneut. Die Rush 200 ähnelt der Beamer sehr. Sie stammt ja auch, wie schon die Beamer, aus der Feder von Alex Hesse.

Es zeigt sich ein Schirm mit aktuellem Shape, eine moderne Kappe mit einem optisch guten Design.

Ebenfalls enthalten, eine knallgelbe Bar, an denen die beiden Steuerleinen aufgewickelt sind.

Insgesamt ein stimmiges Gesamtpaket, das Lust auf mehr macht. Verarbeitung:

( J.O )

TASCHE: sehr witziges Design + multifunktionale Verwendung. Hier passen noch einige Trinkflaschen und Schokoriegel mit hinein. Schmucke Sache!

Praktisch: der 10 cm lange wattierte Trageriemen + Bauchgurt mit Klickverschluss. Im Boden der Tasche befinden sich 3 Belüftungsnieten, falls streng riechender Käse mit im Gepäck ist oder die Matte feucht geworden ist.

CONTROLL-BAR: 55 cm breit. Solide. Im Griffbereich rutschfester Schaumstoff. Vorrichtung zum Aufwickeln der Lenkschnur.
TOP-Verarbeitung!

MATTE: Solide Näharbeit der 10 Kammern. Schöne Farbzusammensetzung. Ein Schmuckstück.

( A.S )

Die Verarbeitung der Rush 200 ist, wie auch schon bei der Beamer tadellos. Die Nähte laufen exakt und grade. Die Controlbar fasst sich optimal griffig an, hat dabei aber noch die nötige Dämpfung und Weichheit. Wie komfortable Griffschlaufen, es gefällt einfach.

Die Schnüre sind ausreichend dimensioniert und gleich abgelängt. Sie haben eine kleine Restdehnung, die eine gewollte Weichheit in der Übertragung der Zugkräfte ermöglicht. Dabei wirkt sie in keinem Falle schwammig, die Lenkbefehle werden direkt übertragen.

Der Rucksack ist abgepolstert, großzügig dimensioniert und von guter Qualität.

Alles in allem die gewohnte, gute Qualität – halt Invento typisch. Flugeigenschaften:

( J.O )

An der See gelingt es schon ab Bft. 0,5 sie mit einigen Rückwärtsschritten in der Luft zu halten.

Vergnügen ist das noch nicht. Ab Bft. 1 fliegt sie „von allein“ und es gibt sofort einen ruhigen und entspannten Flugeindruck. Ich habe selber noch eine 12 Jahre alte Lenkstanke herausgekramt –
noch mit Umlenkrolle und Panikhaken.

Ein Monstrum gegen diese Schönling-Lenkstange von INVENTO.
Schön und praktisch! Klasse!

Der Test ging bis Bft. 6 hoch. Dabei schafte die RUSH 200 zwar, einen ausgewachsenen 28-jährigen Vater von dem Standort weg zu ziehen – aber nicht zu schleifen.

Sie ist kein Powerteil. Behält in den unterschiedlichen Winden die Nerven. Ein Geselle, der immer mit am Deich sein wird, weil es immer wieder Neulinge geben wird, die fragen werden, ob sie nicht auch.. 1 x ..?

Insgesamt: Enge Loopings – aber nicht zu eng – stehen sinnbildlich für die gute Kontrollierbarkeit der Matte und des Handlings mit der Controllbar. Eine hervorragende Idee, sich auf die verschiedenen Abteilungen unseres Drachenhobbies vorzubereiten.

( A.S )

Erstaunlich früh beginnt die Rush 200 ihre Bahnen am Himmel zu ziehen. Ab 2 bft. stellt sich eine Eigenstabilität ein und die Rush reagiert exakt auf die Lenkbewegungen des Piloten.

Der große Vorteil für den absoluten Anfänger, der noch nie einen 2-Leiner Lenkdrachen oder Lenkmatte in der Hand hatte: die Control Bar.

Bei der klassischen Lenkung, mit Griffen oder Schlaufen ist immer wieder bei Anfängern zu beobachten, dass diese dazu neigen, ihre Arme zu überkreuzen. Koordinationsverlust und Absturz des Gerätes ist die Folge.

Bei der Control Bar kann dies nicht passieren. Wer Fahrrad fahren kann wird auch sofort mit der Rush 200 zurecht kommen.

Ein Zug rechts an der Bar, die Rush fliegt nach rechts, ein Zug links an der Bar, die Rush kippt nach links ab und fliegt in die vorgegeben Richtung. Dadurch, dass der Pilot die Bar an den
äußeren Enden packt, kann es zu keinem Überkreuzen der Arme kommen, prima….

Ab 3,5 bft. beginnt die Rush Druck aufzubauen und gibt diesen deutlich spürbar an den Piloten weiter.

Dabei wird sie nicht übermäßig schnell, sodass der unerfahrene Pilot genügend Zeit zum kontrollierten Gegenlenken hat.

Ab 5 bft. kann man mit der Rush 200 bei erwachsenen Piloten die ersten Rollversuche auf dem MTB oder einem Buggy wagen. Durch schönes Sinusfliegen wird der Druck verstärkt und gleichzeitig geübt.

Größflächig geflogene Loopings erzeugen ebenfalls einen deutliche Leistungszuwachs.

Wir konnten die Rush 200 an 2 waschechten Anfängern erproben. Nach einer Kennenlern- und Übungsphase von etwa 3 Stunden waren beide Personen in der Lage, erste Versuche im Buggy bzw. MTB zu unternehmen.

Auch für die Kids ist die Rush 200 im Windbereich von 2-4 bft. eine geniale Möglichkeit, in den Drachensport einzusteigen. Deutliches Vorteil gegenüber einem Lenkdrachen: keinerlei Gefahr von
Stabbruch.

Robust ist die Rush 200 definitiv, übersteht sie in den Tests doch etliche direkte Abstürze aus dem Zenit frontal auf die Kammeröffnungen ohne jegliche Folgen.

Fazit:

( J.O )

Wenn man das komplette Set mit einem 100-Euro Lenkdrachen vergleicht – bekommt man hier wesentlich mehr für sein Geld.

Beim Lenkdrachen hat man nur Kohle und Nylon.

Das RUSH 200 – Set ist ein Angebot zum Gernhaben. Topp-durchdacht und Topp-gemacht. Sehr empfehlenswert.

( A.S )

Die Rush 200 gehört in jede Drachentasche. Für die Gegenleistung von knapp 100 Euro bekommt man verdammt viel Material. Ein 2-Leiner mit Control Bar, ein geniales Konzept, genau für die Zielgruppe der Anfänger und Schüler konzipiert.

Auch der erfahrene Pilot sollte die Rush 200 im Gepäck haben, denn schließlich sind wir alle im Auftrag des Herrn unterwegs und was gibt es Schöneres, als einem Neuling den Drachensport schmackhaft zu machen und die Faszination des Spieles mit dem Wind darzulegen?

Als Dank ernten wir den gewissen Glanz in den Augen des neuen Piloten sowie sein eingebranntes Grinsen….

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