Skadia III (RTF) – Der Skadia III von Scirocco kites

Text von: Matthias Wild
Fotos von: Veronica Schulze/ Matthias Wild

Hersteller: Scirocco kites

Spannweite: 198 cm

Höhe: 81 cm

Gewicht: 220 g (+Zusatzgewicht)

Windbereich: 2- 4 bzw. 5 Bft

Segel: D 40 Nylon

Gestänge: Avia CFK 5 mm

Waage: 3 Punkt Waage

Preis in Euro: 89,95 (Rtf)

Bezug: www.scirocco-kites.de

Squeeze III, Zack, Boom Thunder und Skadia III. So heißen 5 Drachen aus dem Hause Sciroccokites, die extra für Einsteiger entwickelt wurden. Diese wohldurchdachte Drachenpalette bietet für jeden Einsteiger, der über die wohlbekannten Filialdrachen hinaus ist, eine Möglichkeit sich weiter zu entwickeln. Ob Trick, Power oder Speed, es ist für jeden Piloten etwas dabei. Vier der oben genannten Drachen wurden schon von kite-tests getestet. Nun ist auch der letzte Drachen, der Skadia III, der die Einstiegspalette in Sachen Trick abrunden soll, an der Reihe. Erster Eindruck:

Optimierung ist wohl eins der Schlagworte, mit der man den Skadia III beschreiben kann. Es war für Matthias Franke wichtig einen Drachen zu bauen, der einem den Einstieg in den Trickflug erleichtert. Dabei steht nicht das Design, sondern die Verarbeitungsqualität, das Material und nicht zuletzt der Preis im Vordergrund. Vor allem den Aspekt der Verarbeitung ist Scirocco kites gut gelungen und nach dem Auspacken steht ein wirklich gut gefertigter Drachen aus soliden Materialen vor mir, der zwar kein aufwendiges, aber dennoch schönes Design hat. Verarbeitung:

Einfach aber robust, billig aber gute Materialien. Dies sind eigentlich Kriterien, die sich gegenseitig so gut wie ausschließen. Matthias Franke von Scirocco kites hat es dennoch geschafft diese Komponenten miteinander zu verbinden und somit einen robusten, billigen und gut verarbeiteten Drachen geschaffen. Beginnen wir mit dem Segel: dieses besteht aus 5 Panellen pro Segelseite, die alle aus D40 Nylon geschnitten wurden und durch eine saubere Segelmachernaht zusammengehalten werden. Diese insgesamt 10 Panellen bilden ein einfaches, aber dennoch schickes Segel. Neben den sauberen Näharbeiten, die die Panelle des Segels zusammenhalten, wurden auch alle anderen Nähte sauber gearbeitet und bieten keinen Anlass zur Kritik. Vor allem die Drachennase ist wirklich haltbar und ohne störende Rückstände gefertigt. Aber auch der gesamte Kielbereich ist sauber und bietet den zusätzlichen Vorteil, dass dieser aus Dacron hergestellt wurde, was dort einen guten Schutz vor zu schnellem Durchscheuern bietet. Damit sich die Leinen bei den ersten Trickversuchen nicht verhäddern wurden die oberen Querspreizenverbinder überdeckt.
Auch bei dem Gestänge wurde nicht gespart, wobei auch dieses einfach gehalten, aber dennoch robust und aus guten Materialen zusammengestellt wurde. Die Bestabung des Drachens besteht komplett aus 5 mm Avia Stäben. Diese überstehen so machen Absturz und garantieren, dass ein Anfänger auch bei viel Bodenarbeit nicht allzu schnell neue Stäbe kaufen muss. Um Stabbrüchen aber möglichst gut vorzubeugen wurden sowohl die Leitkante wie auch die Querspreize nicht gemufft. Falls jedoch doch mal etwas zu Bruch gehen sollte, kann dieses Gestänge einfach und billig wieder ersetzt werden.
Aber nicht nur das Gestänge ist erwähnenswert, sondern auch die Verbinder, die alle aus dem Hause HQ stammen und die Stäbe wirklich gut aufnehmen und nicht wieder herausrutschen lassen. Aber gibt es bei der Verarbeitung des Skadia III auch Nachteile? Eigentlich nicht. Das einzige kleine Manko sind die Standoffhalter, die auf der Segelrückseite abstehen, wodurch dort, vor allem bei viel Bodenarbeit mit dem Drachen, die Schnüre gerne mal hängen bleiben.
Ansonsten ist der Skadia III aber wirklich sauber und gut verarbeitet und bietet einem Anfänger einen gut gefertigten Drachen, der auch den ein oder anderen Crash unbeschadet übersteht.
Flugeigenschaften:

Die Flugeigenschaften des Skadia III sind wirklich gut an die Bedürfnisse eines Trickanfängers angepasst. Der Drachen fliegt ab ca 2 Bft und sollte je nach Können des Piloten bei 4 oder 5 Bft wieder eingepackt werden. Er ist nicht langsam, wird aber erst bei stärkerem Wind schneller, wobei diese Geschwindigkeit immer noch gut zu handeln ist. Der Druckaufbau ist nicht allzu groß, bietet dem Piloten aber immer etwas Feedback.
Vor allem die Tricks, mit denen sich ein Anfänger beschäftigt, gehen sehr einfach. Der Skadia III stellt den Piloten weder bei seinem ersten Axel, noch bei Lazysusans oder dem Fade vor große Hindernisse. Besonders fest liegt der Skadia III im Backflip, wo er, guten Wind vorausgesetzt, sogar so tief liegt, dass er liftet. Also ein Drachen mit dem der Trickanfänger garantiert schnell die ersten Erfolge erzielen wird. Aber nicht nur bei den ersten Tricks macht es der Skadia III dem Piloten einfach. Auch Cascaden und vor allem die Slotmachine machen mit dem neuen Kite von Scirocco kites Spass. Wenn man als Anfänger dann diese ersten Tricks sauber und kontrolliert hinbekommt, sollte man überlegen das mitgelieferte Gewicht einzusetzen. Dann stellen auch Backspins und Yoyos den Piloten vor genauso wenige Probleme wie die Jacobdsladder oder die Rolling Cascade. Ein Drachen also, mit dem man wirklich viele Fortschritte machen kann.
Die Präzision ist bei so einem Drachen zu vernachlässigen. In den Ecken wackelt der Skadia III etwas nach und auch Kreise werden zwar nicht wahnsinnig eng, aber immer noch alles andere als weit geflogen. Zum Landen fliegt man am besten Richtung Windfensterrand und lässt den SkadiaIII langsam herunter. Harte Landungen und vor allem Spikes sind in der Windfenstermitte zwar möglich, brauchen aber gut dosierte Lenkbewegungen. Wenn wir schon mal bei den Lenkwegen sind ist anzumerken, dass auch diese bestens für einen Anfänger geeignet sind. Die Lenkwege sind nicht sehr groß, aber auch nicht zu klein und vor allem reagiert der Drachen nicht auf jeden kleinen „Zupfer“, sondern verstrahlt in jeder Position Ruhe, die sich vor allem bei hektischen Piloten positiv bemerkbar macht.
Tricks: (vergeben werden 10 Punkte, 10 = sehr gut etc.)
Geraden: 5

Ecken: 5

Loops: 6

Axel: 7

Cascade: 7

Slotmachine: 8

540ziger: 6

Axel to Fade: 7

Fade: 7

Backspin: 6 (mit Gewicht 7)

Backflip: 8

Comete: 7

Jacobsladder: 7

Wickeln allgemein: 5 (mit Gewicht 7)

Vergleich in seiner Kategorie:

Der Skadia III ist in der Gruppe der Drachen für angehende Trickpiloten einer der interessantesten Drachen, die zur Zeit auf dem Markt sind. Alle Einsteigertricks gehen gut von der Hand und der Drachen verzeiht auch den ein oder anderen Fehler. Hinzu kommt ein Preis, der der guten Verarbeitung und dem Material angemessen ist. Also wer seine ersten Gehversuche mit einem Drachen machen will und sich für Trickflug begeistern kann ist mit dem Skadia III mit Sicherheit gut bedient. Fazit:

Einen Drachen zu entwickeln, der einem Piloten den Einstieg in den Tricksektor erleichtert und dennoch bezahlbar und gut verarbeitet ist, ist bestimmt nicht einfach. Scirocco kites ist dies mit dem Skadia III jedoch geglückt und man hat neben einem gut verarbeiteten Drachen mit robusten Materialien einen Kite, der einem vor allem die ersten Schritte im Trickflug einfach macht, jedoch auch vor neueren Tricks nicht kapitulieren muss. Dazu kommen noch ein günstiger Preis und ein Design, das zwar einfach gehalten, aber dennoch ansprechend ist.

Matthias Wild.

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