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FASZINATION im Gespann: Tauros & Matador

GespannText von: Jürgen Okrongli
Fotos von: Jürgen Okrongli
Das Michael Tiedtke, SPACE KITES, für seine Designkunst bekannt ist und Preise eingefahren hat, ist dem Fachpublikum schon lange bekannt.

Das er sich aufgemacht hat, große Flieger zu konzipieren, war spätestens seit dem TOPAS 3.0 klar – der Einstieg in die Welt der GROSSEN, der Riesen, wo sich sonst mit allerbester Handwerksware und unvergleichbaren Flugeigenschaften nur noch der andere Meisterbauer Michael RYLL mit seinen PURE, BALANCE und dem TRUE 360 aufhält.

Dann kam der TOPAS 4.5 – als Versuch, was ein 4,50 m – Drachen noch in punkto Wendigkeit vermag. Das gelungene Stück (auch hier unter Stories) ermutigte ihn, weiter in dieser kraftvollen Szene zu experimentieren und das, obwohl er schon seit einem Unfall vor mehr als 20 Jahren, versteifte Rückenwirbel hat.

 

 

 

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Zuerst kam da der TAUROS mit 2,70 m, der von seinem Sohn Stefan designet wurde, der gerade im Moment das Elternhaus verlassen hat, um in Emden selber einen kunstorientierten Weg zu gehen.

Dann wurde der TAUROS vergrößert – auf 4,00 m Spannweite und bekam, als eigenes Geschöpf, mit eigenem Charakter, den Namen MATADOR.

Der nächste Clou kam zustande, als er beide mit 5 Schnüren zum Gespann „verknüpfte“ und sich eine Phantasieschnurlänge von 3 m ausdachte, die dann auch noch SOFORT richtig war.

 

 

 

 

 

Gespann3Eine neue Optik und eine neue Empfindungswelt war geboren.
Ich wählte einen Tag mit Wenigwind und Sonnenschein – hatte noch einen Rest Sonnencreme in der Drachentasche; Schutzfaktor -2 , für schnelle Entscheidungen.
Wenigwinde von Bft. 1 – 2 sind zum Kennenlernen eines Kandidaten gerade richtig. Mein Schwiegervater hatte in seinen besten Feinschmeckerzeiten immer den Satz parat:“Ein erstklassiges Lokal erkennst Du an der Sorgfalt, die der Koch dem preiswertesten Gericht schenkt.“ Das habe ich als Tester IMMER auch die Drachen übertragen – wie z.B. ein Hersteller seine preisgünstigsten Produkte gestaltet oder wie die einzelnen Drachen sich an ihren unteren und oberen Grenzbereichen verhalten.

Wenigwind läßt einen Drachen sofort ins Herz oder am liebsten nach Ebay.

Bei Großdrachen und hier auch im Gespann, wähle ich immer beste Qualität an 50 m Schnüren von 130 Kp. Großdrachen lieben keine spuchtigen 70 Kp oder 90 Kp – Schnüre. Das ist unter ihrer Würde.

 

 

 

Gespann4Da stehe ich also – Gesicht in der Sonne – braune Arme noch vom Sommer und versuche, erwartungsmäßig einige Sekunden erst `mal NIX zu denken.Das gelingt mir auf Schiermonnikoog gut. Ich fühle mich gut – ziehe die Schnüre im leichten aber beherzten Rückwärtsgang, wie es Riesen wollen – oder Gespanne.

Sie packen den Wind, bringen sich direkt in Balance und ..KNALL ! Ich rutsche nach VORN. He ! Jungs ! Sowas geht eigentlich nicht bei Bft. 1.5 … Ich habe sofort Zuschauer.

Sie spüren diesen Effekt ebenfalls hautnah – sagen es auch: Hoe kan dat ?“ (Wie ist es möglich ?). Genauere flugtechnische Details folgen, wenn der Test veröffentlicht wird.

Hinter mir spüre ich Thijs. Er hat den Braten schon gerochen. Um die Spannung noch etwas zu toppen, frage ich:“ Will je ?“ (Möchtest Du ?). Ganz ruhig und ohne Gier nickt er. Ich gehe zurück zum Drachenhaus – da sitzt meine Frau oben auf der Terrasse im Sonnenschein und sagt:“Die sehen sehr schön aus!“ Ich drehe mich um. Wahrlich…..sehr schönes Flugbild.. wie fliegende Wesen.. YES !!
Zurück am Strand ist auch Tim Verkerk (12)angekommen. Er hat sich von all` den Inseljungen als der talentierteste herauskristallisiert. Sein Metier: Landborden mit Peter Lynn – 4 L – Matte und eindrucksvolle Luftakrobatik – z.Zt. bis etwa 6 m Höhe. Sein Luftsprunglehrmeister am Strand ist THIJS van den Berg. Als KITESURFER schafft er auch an Land mit normalen Lenkmatten an die 10 m.

 

Gespann5Während die beiden so Daherschleifen, kommt eine Frau auf mich zu und stellt sich als Fernsehreporterin des niederländischen Fernsehens vor. Ob sie ein paar Aufnahmen von uns machen könnten ?

Ich verweise an THIJS, weil er mit seiner Flugschule hier DE BAS (der Chef) ist. Sie kommen ins Gespräch und schon tauchen die Kameraleute auf.
Manchmal sind sie ganz entzückt-erschreckt, wenn Thijs haarscharf an ihnen vorbeifliegt. Dann gibt er ein Interview und ich fliege. Zum Finale haben wir noch das Fliegengewicht TIM zu bieten. Jetzt steigt ihr Blutdruck.

Deutlich ist zu spüren, dass sie nicht genug kriegen – allein von Zuschauen. Als wir später im Cafe`sie wiedersehen, winken sie uns altbekannt zu.
Der Strand ist wieder frei – der Himmel auch.

Jetzt ist wieder Ruhe. Zeit, um das Fliegen zu genießen.

„He, Tauros und Matador..bis zum Test in anderen Winden!“

See you later !

 

 

 

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