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ROCKET RACER (RTF) – Peter Powell zu Ehren

Rocket1Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: Jürgen Okrongli

Hersteller Colours in Motion, Wolfgang Grimsel

Spannweite 90 cm

Länge 96 cm + 12 m Röhrenschwanz

RTF Spulen mit 40 m Schnüren

Tuch Spinnaker Nylon

Stäbe 4 mm Fiberglas; Kiel 96 / Quer 98.5

Gewicht 80 g

Windbereich Bft. 1.5 – 4

Preis 15 Euro

Bezug www.coloursinmotion.de (+ Fachhandel)

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Der ROCKET RACER ist ein Peter POWELL – Diamant-Drachen der 70er Jahre im modernen Kleid der heutigen Zeit. Dieses Modell ist seit 1972 millionenfach gebaut und geliebt. Kein anderer Lenkdrachen hat ein so breites Publikum erreicht und in ein wahres Fieber getrieben, so dass sich 1979 die britische Regierung einschalten mußte.

Es war der Bauplan des 1. Lenkdrachens der Drachengeschichte, entwickelt aus einem abstürzenden Eddy (Einleiner/Windvogel)von Peter Powell, GB. Hierzu sollte unbedingt die dazugehörige „Geschichte“ unter STORIES gelesen werden.

Hier und jetzt hat Wolfgang Grimsel, Chef und Eigentümer von COLOURS IN MOTION, dem Alt-Meister P. Powell, Tribut gezollt und diese Legende in neuem Kleid und in etwas neuerer Technik, wieder auferstehen lassen. Dieses geschieht rund um den Globus und mit besonderer Heftigkeit ungebrochen, seit 30 Jahren in den USA.

Erster Eindruck:

Mir geht etwas die Gänsehaut über den Körper, als ich den Drachen aufgebaut habe und ihn anschaue. Es ist wie ein Tunnelblick auch in die Anfänge meines Lenkdrachenfliegens. War doch mein 1. Lenkdrachenmodell auch ein abgewandeltes Peter Powell – Modell, im Supermarkt von Schiermonnikoog gekauft – Anfang der 90er. Mein Modell war aus Leinen (!), grasgrün und brombeer (fast englische Lieblingsfarben), die Farben lotrecht geteilt. Es war der Drachen, der mich erst vom Deich gehen ließ, als das Licht brach.
Am übernächsten Tag fuhr ich mit meiner Frau auf der Fähre ans Festland, von dort 40 KM in die Landeshauptstadt Leeuwarden, direkt in ein Spielwarenkaufhaus und ZACK, mein 2. Lenkdrachen war im Boot: ein Speed Wing.

Damals konnte ich nicht wissen, dass ich mit den zwei Klassikern schlechtweg begonnen hatte. Ich spürte es aber. KLASSIKER gehen wie Traubenzucker – direkt ins Blut, schlagen da ihre Zelte auf UND FERTIG.

Der VIRUS IST PLATZIERT ! Verarbeitung:

Die optisch sehr geschmackvoll gewählten Paneele (es gibt den Drachen in 3 verschiedenen Farbvarianten) sind in enger und kleiner Zick-Zack-Naht verbunden. Das schafft eine bessere „Kurvenlage“ der Nähmaschine, sorgt aber auch für ein stärker perforiertes Segel. Weniger Löcher wäre besser.
Alle anderen Elemente sind exakt und stimmig. Die Schnüre auf Spulen. Das ermöglicht dem Anfänger das Fliegen bei vielen unterschiedlichen Leinenlängen und so viele unterschiedliche Flugeindrücke. Lerntechnisch ist das auch klüger, als das Fliegen mit einer Schnurlänge, wie es die professionellen Piloten machen.
Gut ist auch, dass es wieder Metallklipse von Schnurende zum Waagering gibt. Das macht alles einfacher. Das sollten alle Einsteigerdrachen durch die Bank haben, die in den Touristengebieten verkauft werden.
Die Drachentasche ist schön und zweckmäßig. Zudem gibt sie noch einen Eindruck von dem, was darinnen ist. Flugeigenschaften:

Der Umgang mit dem ROCKET RACER verlangt ein Umdenken für den Piloten, der schon gewohnt ist, die heutigen Deltas zu fliegen.

Die heutigen Anfängerdeltas sind ganz einfach zu starten. Der ROCKET RACER hat es ganz gern, wenn ihn eine 2. Person hochhält, während der „Pilot“ anzieht. Das hat mit seiner Diamant-Form zu tun. An dem Fahrradfoto sieht man aber auch: wer sich irgendetwas einfallen läßt, kann den ROCKET RACER auch allein starten. Früher war es mehr Pionierzeit. Da erfand man Startrampen o.ä.

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Ich tue jetzt einfach so, als gäbe es noch keine Lenk-Drachen nach dem Peter Powell Diamond.

Der ROCKET RACER steigt wie ein Windvogel hoch ins Zenit. Wauuuhh. Tatsächlich das Gefühl meiner Kindheit. Den Windvogel steigen lassen.
Den Lenkbewegungen folgt er wie ein Ballettänzer. Unweigerlich beginnt man am Boden, diese Bewegungen mitzutanzen. Ich denke an alle Lenkdrachenbeginner, die ich in den letzten Jahren gesehen habe: der mitgebrachte Sklave wirft den Delta hoch – der braucht es aber gar nicht, er ist ja kein Diamant mehr. Der Drachenlenker wedelt mit Ringen und Schnüren. Jetzt verstehe ich diesen Tanz von seiner Ursprungsidee erst…Uiiii..es ist wohl viel, viel zu lange her, dass ich meinen Grün-Brombeer-Leinentuch-Diamanten geflogen bin. Ich hatte es vergessen, weil ich mich schon lange nicht mehr so bewege. Sehr schade .. eigentlich.

DAS HEISST: die Drachenbauer von Anfängerdrachen der Heutezeit müßten denken, wie Peter Powell es getan hat und Millionen in Trance brachte, diesen Tanzeffekt, dieses Mittanzbedürfnis im Wind, dieses BRING-MIR-DEN-HIMMEL-NÄHER-Gefühl, das durch die Einfachheit des Drachens UND seines langen Röhrenschwanzes entsteht, umsetzen. Kinder sagen zu dem Drachen:“Wie ein Düsenjäger..“ Diese Kinder: sie haben die elementare Freude der Tänzer. ROCKET RACER heißt „Düsenjäger“. Upps !

 

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Vergleicht man 2 Punkte des ROCKET RACER mit seinem UrUrgroßvater Peter Powell Diamond, ist a) der PPD mit einer Breite von 117 cm 27 cm breiter als der Düsenjäger und die Länge des PPD von 122 cm ist 26 cm mehr (was an den heutigen Stangennormen liegen mag)
b) der original PPD hatte einen Schlauchschwanz von ca. 30+ m. Der des RR einen 8 m langen. Das lässt mich sofort an einen längeren Schwanz denken – für Mehrwind.

Die Loopings hinterlassen Spiralen, ahhhhh. Das waagerechte Über-den-Boden-Fliegen macht es spannend, wie lange sich der Schwanz waagerecht hält. Rechteckige Figuren sind noch „im Bild“, während der Drachen schon längst hinter der nächsten 90 Grad Knick ist. Ich merke, wie mir der Tanz ins Blut will.

Hätte ich jetzt eine ROCKET RACER KETTE, würde ich glaube ich, nicht mehr nach Hause gehen, bis das Licht bricht. VERDAMMT..Ist DAS GUT !

10 Tage lang fliege ich den Drachen jeden Tag, morgens, mittags in der Flugschule. Der Test ist längst beendet. Meine Teamkollegen sind aus einer Generation, die vom Kite-Surfen bestimmt wurde. Sie sehen solch ein Urding auch zum 1. Mal. Schauen, lächeln, schauen. Dann erste Sätze von brüllharten Kitesurfern: „Das sieht gut aus.“ Ich schmunzle.. jetzt sind sie verloren – wie ich.

Als ich gehe, lasse ich den Drachen einfach an der Station liegen. Thijs schmunzelt.

Als ich am nächsten Tag wiederkomme, fliegt unser Nachwuchstalent TIM (14) mit dem Rocket Racer OHNE Schlauchschwanz und lacht sich schief. „Das kann der auch! Ist aber viel schneller und schwieriger..“

Er ist noch zu kurz im Drachenflug dabei, um zu wissen, dass er gerade einige Evolutionsstufen übersprungen hatte: ..die Zeit, als die Schwänze ab waren. Auf dem Weg in die Heutezeit.

Oh, nein ! Nicht ganz. Schauen sie unter STORIES den vielfachen Weltmeister RAY BATHELL an. Er reist heute noch, in hohem Alter, seit vielen Jahren um die Welt. Ist auf allen großen Festen. Hat alle Rekorde aufgestellt und Menschen in den Tanz versetzt. Seine Ballett: 3 Drachenketten, an Arm, Arm, Körper, die er synchron fliegt. Das Magische an seinen Drachen sind … NA… die langen Schwänze.

Vergleich in seiner Kategorie:

Er ist, wie er ist: UND DAS IST VERDAMMT GUT !

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Fazit:

Nach diesem großen Vergnügen, diesen Drachen zu testen und zu FLIEGEN, empfehle ich jedem Elternteil: kaufen sie diesen TRAUMDRACHEN schnell für den Sommerurlaub.

15 Euro dürfen sie dabei nicht schrecken. Preisgünstiger geht es sowieso nicht.

:-))) TOLL …….. Ich bin begeistert.

BITTER UNBEDINGT DAZU UNTER STORIES > DER UNSTERBLICH ERSTE LENKDRACHEN< lesen..