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Die Entwicklung eines besonderen Drachenfestes

Das Schloss Geister Fest

TEIL  I

Ein über 700 Jahre altes, ehemaliges Wasserschloss. Noch nie wurden die Geister gelüftet. Ein Schlossgarten mit 7 Wiesen, durch Wege in Parzellen geschnitten. Das alles fast im Herzen der Kleinstadt 58332 Schwelm, 30000 Einwohner zählende Kreisstadt des EN-Kreises.

Diese kleine Stadt liegt zwischen „Bergen“ im Dreiländereck von Westfalen, Bergischem Land und Sauerland und ist ebenfalls Stammsitz von KITE-TESTS.de

                                              Ghost2                                                    Ghost1

        So verwundert es nicht, dass der Kaffeeröster Tom Friedrichs den  Jürgen Okrongli von KITE-TESTS.de
        beim 
Cappu in seinem Lieblingscafè RABENSCHWARZ ansprach, ob man nicht im Schlosspark ein  
        Drachenfest hinbekäme.

               „Das müsste aber unter sehr speziellen Bedingungen sein, weil die Lage des Parks nicht zum 
                Drachenfliegen einlade, .. außer…

 Und so begann es im Kopf zu arbeiten, ohne das es aufgehalten werden konnte. Ein Konzept war bald da

                              und auch der Termin:          SONNTAG ,  den   26.   September       12 – 18 Uhr.

              Eigens für das Fest konstruierte Geisterdrachen,  als fast fertiger Modellsatz für die fünf Schwelmer Grundschulen. Herstellt hat ihn Michael Tiedtke    
              
von SPACEKITES. (Foto oben links)

weißer Schleierdelta SCHLOSSGEIST

    Weiße Schleierdeltas (Foto unten links) und die Ghost-Serie (Foto oben rechts) von Wolfgang Grimsel COLOURS in MOTION.

    Schüler der Städt. Musikschule Schwelm / Leitung Frau Weidner /stehen in kleineren Gruppen auf den Wiesen verteilt und spielen   zum Thema GEISTER auf:
    eine Gruppe kleiner Blockflöten, ein kleines Streicherorchester, ein Querflötenessemble, ein Akkordeon.

   Wir haben Uwe Gryzbeck und Ulla Bebko von AVANTGARDE.DRACHENundFEUERWERK  mit im „Boot“ , damit sie mit Drachen     &        Nebelkanonen mystische Szenerien gestalten helfen..

     Aus dem Team von  KITE-TESTS.de präsentieren der 5-fache Deutsche Meister Wolfgang Neumann mit Profikollegen gespenstisch

                                anmutende Flugspiele in Schwarz und Weiß. Jürgen Okrongli führt übergroße Fluggeschöpfe vor …

 Teile der Schwelmer Gastronomie widmen sich in besonderen Speisen und Getränken dem Thema Geist. Die DEKOMEILE mit Karen und Mario Götze werden einen Mutzbraten vorbereiten.

Von der Kaffeerösterei RABENSCHWARZ  werden eine Geisterbohnen geröstet, die hinterher einen neuen Geisterkaffee abgeben sollen.Der Kontakt zur Stadt verlief über Thilo Kramer, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung GSWS.

Kirsten Rönfeldt von DESIGN-HANDLUNG ist als Diplom Industriedesignerin für die Plakatentwürfe, die Flyer-Gestaltung und die Buttoms zuständig. Dieses
erfolgt in enger Absprache zwischen Jürgen Okrongli (Lay Out) und Daniela Weithe (Druckumfang).

Ganz schnell kam mit ins Boot Daniela Weithe RIESLING und KOMPLIZEN, die Vorsitzende der in der Werbegemeinschaft Schwelm WGS organisierten Geschäftsleute, die eine alkoholfreie Geisterbowle anbieten wird, deren Genuß Zauberkräfte verleihen soll.

An einem 12 m langen Stand gibt es allerlei Zaubereien zum Essen aus einem riesigen Hexenkessel und sonderbare Getränke.

Die wichtigste Traditionsfigur der Stadt Schwelm ist der Nachtwächter: als Obernachtwächter in Person von Christian Fasel. Er wird dem Fest beiwohnen und als ehemaliger Drachenflieger ein paar Überraschungen beisteuern.

 1. März: Der langjährige Vorsitzende der WGS  Jürgen Reschop (Intersport Jürgens Sport Shop, Hauptstr.84, Schwelm) ist beim Kaffeegespräch unter 4 Augen dabei. 

2. März: Die Zeit zwischen 12.30 h und 13 h entwickelt sich im Cafè RABENSCHWARZ als Ideenpool. Immer mehr Schwelmer stimmen in den Blues.. 🙂

Es wird ein    RAT DER GUTEN GEISTER   gebildet, dem Tilo Kramer, Daniela Weithe, Christian Fasel, Tom Friedrichs, Kirsten Rönfeldt, Mario und Karen Götze, Jürgen Reschop, Elke-Wiemer Okrongli und Jürgen Okrongli angehören. Dieser 10er-Rat steht im ständigen Austausch und bildet den Ideenpool und Verwirklichungsstrategien.


Die Industriedesignerin Kirsten Rönfeld begibt sich an erste Entwürfe mit dem Logo-Drachen von Michael Tiedtke, Space Kites.

3.März: Ortsbesichtigung mit Thilo Kramer GSWS, Daniela Weithe und Jürgen Okrongli um 15.30 h in den Schlossanlagen. Überlegungen, welcher Platz wofür benötigt wird.

9.März:  Die Städtische Musikschule Schwelm, in Person der Leiterin Frau Weidner, macht Vorschläge zur musikalischen Gestaltung.  

10. März: Treffen Thilo Kramer GSWS und Jürgen Okrongli KITE-TESTS.de , um ein komplettes Fest-Programm (Parkplätze, Stromversorgung etc.) aufzuschreiben und in Amtsprache zu übersetzen.


Die Tage danach:  Von den Grundschulen kommt eine derartig große Resonanz, dass wir schon weit über 400 am Programm beteiligte Schüler und ihre Lehrer zählen – mehr als doppelt so viele, wie wir erhofften. Das bedeutet eine Programmänderung hinsichtlich eines der drei angedachten PROFI-Demo-Teile.

Wir haben noch mit keinerlei Werbung und Information begonnen, weil erst einmal nach den Osterferien   Sponsoren im Blickpunkt stehen sollen. Da sind wir ganz zuversichtlich, weil es eine kleine Stadt ist, wo sich viele lange kennen. Gleichzeitig hat hier auch fast zeitgleich bei so manchen Geschäften ein Generationswechsel stattgefunden. Während ich früher mit meiner Generation Dinge in der Stadt auf die Beine stellte, habe ich es bei der SchlossGeisterFest-Organisation nun mit der nächsten Generation zu tun. Ich spüre das Feuer in ihnen, neue Wege zu markieren. SUPER!

26. März (Freitag):  Der letzte Schritt vor den Osterferien ist getan: eine Einladungsmail an die Lehrer der 5 Grundschulen ist gesendet. Am Mittwoch, den 21.4. werde ich um 17 h im SchlossPark eine VOR-ORT-Besprechung mit Flugdemonstrationen und Infomaterial geben. Die Lehrer bekommen dann Adressen & anderes an die Hand, woher sie später und in den nächsten Jahren Drachenbaumaterial beziehen können.

21.4. (Mittwoch): Die erste Pressebekanntmachung des Festes auf der Titelseite der WAP , bekanntes Anzeigenblatt für den EN-Kreis. Es ist gut, wenn man lange Zeit Presseerfahrung hat. Ich habe über 20 Jahre mit der hiesigen Presse intensiv für eine Bildungseinrichtung zusammen gearbeitet. Da bleibt nichts mehr dem Zufall überlassen. Alles wird mundgerecht serviert – auch die Bilder.
Gleichzeitig ist heute auch das Lehrertreffen im Schlosspark um 17 h. Es kommen 13 Lehrer und ein Elternvertreter. Es folgt eine einstündige Info mit Flugeinlagen durch die Lehrer. Ich habe die Geisterdrachenmodelle und andere, beeindruckende Einleiner mit, die  von den Lehrern getestet werden.

Am Ende werden wohl über 300 Grundschüler mitmachen. Das ist überzeugend. Ich freue mich und sehe die Bilder schon vor mir.

Wir verabreden, wieviele Drachen an jede Schule gehen und das nach den Sommerferien, mit jeder Schule einzeln, ein einfacher Ablaufplan eingeübt wird.

28.4. (Mittwoch):  Im Schlossinnenhof und angrenzendem Gelände soll am Tag des SCHLOSS GEISTER FESTES auch der TAG DER REGION stattfinden. Als wir unseren Termin aussuchten, war davon noch nicht die Rede gewesen. Jetzt haben wir uns zusammengesetzt, um zu besprechen, wie beide Veranstaltungen separat laufen können.

30. April (Freitag): Das Sponsoren – Paket ist geschnürt. Es gibt 3 große Sponsoren: KITE-TESTS.de mit einem großen Man-Power-Sponsering; die AVU; die Bildungseinrichtung DAS HAUS e.V.   Das Sponsering deckt den Kostenrahmen.

Mai:  Der inhaltliche Rahmen steht.

Juni: Überlegungen zum Aufbau der Werbekampagne: Internet/Exklusivvertrag mit 1 Zeitung/ Lokalradio/WDR-Fernsehen/RTL.
            Plakate/Flyer.

           Treffen mit 13 Lehrern der 5 Grundschulen vor Ort. Vorstellung des Programms mit Flugeinlagen der Lehrer (1 Std.).
           Treffen mit Uwe Gryzbeck und Absprachen der Events (2 Std.).

Die Schwelmer Künstlerin Claudia Militz

August:  Größere Presseberichte an Lokalzeitungen und überregionale. Infos via Mail an WDR 2, RTL, Radio-EN, dei WAZ-Gruppe, Revierkind, Die Zeit  etc.  Differenzierte Absprachen mit allen Beteiligten. Testlauf mit Kindern und Erwachsenen mit allen 15 unterschiedlichen Geisterdrachen des Festes – sehr positive Verlauf: alle Drachen sind „tauglich“.

Plakate und anderes Werbematerial wird in den Druck gegeben.

Der Landrat Dr. Arnim Brux übernimmt die Schirmherrschaft. Der Bürgermeister Jochen Stobbe wird handschriftlich eingeladen. Es wird im Vorfeld geklärt, dass keine Reden gehalten werden sollen. Es wird eine Direktreportage von den einzelnen Standorten in Dialogform gemacht.

Die  HELPING HANDS  bei den Kinder-Geister-Küren sind Mr. Bernstein Julien Wiemer und Komplizen Sarah Kemper, Philipp Bohn, Björn Weustermann, Niklas Bohn, Bastian Stücker. Sie  werden über ihre Aufgaben vorinformiert. Mr. Bernstein wurde vor 4 Jahren auf dem Brauereifest zum schönsten Mann Schwelms gekürt. Heute ist er 29 Jahre und immer noch ganz schön 🙂

250 wunderschöne Plakate unserer Designerin Kirsten Rönfeldt sind fertig: schmal längliches Format: ein eyecatcher, der bei den Geschäftsleuten und dem Publikum SUPER ankommt (Foto links). Dazu 10000 Flyer aus hartem, glänzendem Karton – beidseitig bedruckt – mit Programmablauf des Festes (Foto rechts) UND auch noch wunderbare Buttoms (Foto Mitte). Eine Buttom-Ausführung mit der Aufschrift „The helping hand“ für alle freiwilligen Helfer des Festes – wer ihn trägt hat Essen und Trinken frei. Der andere Buttom ist auf dem Fest für 1.50 Euro zu kaufen.

Plakat

   FlyerButtom

 Uns war bei der Gestaltung der Produkte wichtig, dass sie edel vom Material sind. Mehr ist mehr.
 Der Glanzkarton ist eine SHOW. Wir möchten gern damit in einem Plakatwettbewerb – wer gibt uns einen Tipp ?

Kein GEIZ bei den Werbemitteln. Sie dürfen ruhig sehr schön sein. Wir hatten 10 von 50 Buttoms als kleine Aufmerksamkeit vor dem Fest an die Mitglieder des RATS DER GUTEN GEISTER vergeben. Wenn jemand schnell dannach greift – den Buttom sofort ansteckt und ihn trägt, wenn wir ihn in den nächsten Tagen in der Fußgängerzone sehen und er ihn noch trägt – ja dann ist er geliebt. Die anderen 40 verteilten wir an Kinder und Erwachsene, die bei Probeflügen im Schlosspark das Staunen nicht lassen konnten, an mutige Erstflieger, an traurig Schauende, an Hoffentlich-krieg-ich-auch-einen-Augen.

Erste FLYERerfahrung: 10000 sind zu wenig.

Weitere erste Erfahrungen :  Durch die Trainingseinheiten mit den Schulen, der Mund-zu-Mund-Propaganda der über 1000 Schwelmer Grundschüler, der Webseitenpräsenz des Festes bei den Grundschulen, das Verteilen der Flyer durch über 200 Personen (Lehrer, Schüler, meine Patienten, …) ist eine unglaubliche Stimmung in der Stadt zu spüren. Ich werde von fremden Erwachsenen angesprochen, wenn ich Flyer verteile:“Meine Tochter war auch bei Ihrem Training..die hat jetzt nur noch Geister im Kopf..Lächeln“. „Eine traumhafte Aktion – hoffentlich fällt Schwelm danach nicht in den Tiefschlaf.“

September:  14 Tage vor dem Fest habe ich mit den 5 Schulen die Trainingseinheiten begonnen. Es wurden 7 Termine daraus. 6 Termine waren von 12.15 – 13.15 h und 1 Termin von 7.45 – 8.30 h. Es war und ist ein ganz DICKES LOB den beteiligten Lehrern auszustellen, weil die es super gehandelt bekamen, manchmal 80 Erst- und Zweitklässler wie in einem großen Löwenkäfig zu hypnotisieren, dass das Training möglich wurde.

Es war total witzig zu sehen, wie ich mit Blicken gemustert wurde, als wäre ich ein Geist. Die erste Gänsehaut kam. Früher war ich Sozialpädagoge in der Kinderarbeit/Recklinghausen, Dortmund und liebte es OHNE ENDE. Danach wurde ich Psychologe und Psychotherapeut für Erwachsene und erlebe Kinder mit ihrer Intensität jetzt erst wieder in unserer Flugschule auf der holländischen Insel Schiermonnikoog.

Die Testläufe an den Schulen sind ein Knaller: mal auf dem Schulhof – mal auf einem Sportplatz. Die Kür: 5 aufeinanderfolgende Achterreihen, die alle mit Schnüren und Geist festhalten miteinander verbunden sind. YEAH !!

Südstrassenschule3Südstrassenschule2         „Herr Okrongli ..krongli .. krongli ..krongli.. der hat George Clooney
          zu ihnen gesagt.!“
          Ich schmunzle, verziehe den Mund, strecke den Daumen und sage:

          „SUPPPPER!“     Sie sind zufrieden. So einfach ist es .

         

          Der Junge im rechten Foto rannte so schnell, dass seine Füße
          gar nicht mehr den Boden berührten: „Hilfe – er wurde ein Geist.“

Als ich den Kindern erzähle, was auf dem Fest alles geschieht und ich an den Punkt komme, wo ich die Profi-Kiter
vorstelle, sage ich:“ Es kommt auch ein Mann, der seinen Lenkdrachen verzaubern kann – dann macht er ganz komische
Dinge – er ist ein DEUTSCHER MEISTER… wer weiß, was ein Deutscher Meister ist ?“  … Stille. 1 Finger zeigt nach oben.

 Ein Junge sagt in ganz ernstem Ton:“ Das ist nicht ganz einfach zu erklären.. das ist.. das ist ein.. König.“    

Ich sage:“Genau! Und der kommt nach Schwelm zu dem Fest.“     Unruhe bei den Kindern.

3 Tage vor Festbeginn ist die letzte Trainingsstaffel gelaufen: 340 Kinder der Schwelmer Grundschulen aus den Klassen 1-4 werden daran teilnehmen. Es war für mich eine Erfahrung der anderen Art, sie alle zu trainieren. Tiefe Eindrücke in junge Seelen.

Die letzten Tage sind ruhig. Wir verfolgen die Wettervorhersagen.

Mein Kopf ist randvoll. Es ist gut, dass es bald losgeht.

WERMUTSTROPFEN:        Es hätte jemand spezielles mit Erfahrung im Ansprechen von möglichen Sponsoren ein halbes Jahr vor dem Fest nur allein mit dieser Aufgabe betraut werden sollen. Wir kamen mit dem Geld gerade so hin – mussten aber immer am Limit überlegen. Hier wäre ein etwas größeres finanzielles Polster besser für die Nerven gewesen.

Die Schwelmer Presse ist unberechenbar und gibt komplexe Dinge fast immer so wieder, dass uns das Brötchen irgendwo steckenbleibt. Aus über 20 Jahren Öffentlichkeitsarbeit als Chef einer ehemaligen Bildungseinrichtung vor Ort, kann ich ein Lied davon singen. Leider hatte ich im Paket die Pressearbeit auch übernommen. Trotz direkter Gespräche mit einem Chefredakteur, trotz klarer Zusagen, trotz über 12 umfangreicher Mails + Bildern, was termingenau von meiner Seite erfolgte, war das, was zu lesen war zu wenig und zu oberflächlich für ein lokales Event dieser Größenordnung und Einmaligkeit.
     Auch hier würde ich für Nachmacher in einer anderen Stadt dringlichst empfehlen, einen eigenen Pressesprecher zu haben, der eine Klette ist, der Nerven nicht kennt, der Füße hat, die Türen aufhebeln können.

ZAUBERGEISTER:        Die Kinder der Grundschulen Möllenkotten, Südstrasse, Engelbert, Westfalendamm, Nordstadt. Die mitmachenden Lehrer und Leiter der Schulen: SUPER. Ich bin beeindruckt, was die Lehrer sich täglich aufladen. Und, ich habe nur einen Hauch davon mitbekommen.
Die AKTIVEN Karen und Mario Götze von der Dekomeile; Tom Friedrichs von der Kaffeerösterei Rabenschwarz; Kirsten Rönfeldt, die beeindruckende Industriedesignerin unserer Plakate und Flyer; das Bernhard-Team mit uriger Themendarstellung und 12 m Essenstheke; die Künstlerin Claudia Militz mit ihrer Geistermalschule; die Gespensterreparierwerkstatt, der Gespensterverkauf .. Mr. Bernstein und Komplizen und und
Den stillen Machern im Hintergrund:    Tilo Kramer GSWS und Daniela Weithe WGS.

Und last but not least meine Frau, die fast überall dabei war und Übersichten verschaffte, mich tröstete, wenn ich einen Pressefuzzi einmachen wollte, mit mir Tränen vergoss, wenn wir die Ausgelassenheit und Freude der Kinder sahen und ihre unglaublichen Sprüche hörten. Dann waren wir schon vor dem Fest verzaubert.

NOCH 25 Stunden     24 . .   23 . .   22 . .   21 . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

TEIL  II        DAS FEST BEGINNTJürgen Okrongli

Offiziell ist der Festbeginn auf 12 h gelegt. Ich bin um 9 h dort, mache einen Rundgang. Noch ist es still. Bis zum Vortag war das Wetter brutal regnerisch. Dieser Tag hat die Sonne. Es sollte der einzige Tag werden, der wunderschön warm und total sonnig war. Ich baue Spezialeinleiner der größeren Geisterart auf. Im Laufe der nächsten halben Stunde trudeln die Ersten ein: die Musikanlagen-Leute, unsere Restaurant-Betreiber.. Alles hat noch etwas Unberührtes und Kleines. Die Wiesen sind noch feucht – beginnen aber schon, etwas zu dampfen. Ich bin ein Typ, der immer ruhiger wird, je mehr los ist. Als es auf den Wiesen fülliger wird, spürte ich, wie meine Ruhe kommt. Sie nimmt Platz in mir. Ich war über 20 Jahre Gruppentherapeut in den ungewöhnlichsten Gruppen – in der Stadt oder am Meer – tagelang. Das prägt.
Ich kenne dieses Gefühl, liebe es, weil es mir hohe Aufmerksamkeit bei scharfer Konzentration und stressfreie Aktionen schenkt. Das beruhigt meine Gegenüber zusätzlich. SCHÖN.

Die Freunde aus der Ess- und Trinkabteilung rüsten auf. Es ist sehr interessant zu beobachten, weil sie unglaubliche Kessel und Apperaturen wuchten. Es erfüllt mich mit einer wohligen Gänsehaut. Bei diesem Fest bin ich nicht der „Reporter“ – der Ideengeber-Planer-Moderator: was für ein Gefühl – wie ein Deichgraf. Ahhhhhhhhhhhhh. „Is ja gut,“ denke ich,“ kompromisslos GUT!“

Die Tontechniker bitten mich zum Test – Funkmikro – 3000 Watt – das hat was! Ich soll austesten, wo die Grenzen des Empfangs liegen. Perfekt. PROFIS. Inzwischen sind alle da und werkeln und tun. Ich sage an dieser Stelle noch einmal: Es ist super wichtig, wenn der Leitwolf sehr entspannt daherkommt. Das zaubert Lächeln und Wumm in die Gesichter meiner Kollegen – das Wetter ist unglaublich – sonnig, warm – zum Wohlfühlen.

Es gibt das 1. Problem am Kaffeestand. Sie möchten auch ein paar bergische Waffeln machen. Die Stromstärke reicht nicht aus, weil der Weg vom Verteiler über die Wiese zu weit ist – zu hoher Verlust. Die Lösung: der Stand zieht um – neben den Verteiler und wird dadurch den Umsatz „seines Lebens“ machen. Später sagt ein alter Festhase:“Waffeleisen sind die Mördergrube – mein Gott!“

Selten trage ich eine Uhr. Jetzt aber. Es ist schon 15 Minuten nach 12 h. In der Anlage sind noch nicht so rasend viele Besucher. Soll ich warten – NEIN!

ICH MODERIERE DAS FEST AN – boah. Was für ein tolles Gefühl. 12 Monate harte Organisation und jetzt der Startschuss. Eines der  Gefühle, die ich in dieser Intensität nur selten erlebt habe: als ich meinen Sohn das 1. Mal nach der Geburt im Arm hielt; als ich die letzte Prüfung des Schul- und Studiensystems hinter mir hatte .. 5 Schulen..2 Uniabschlüsse nacheinander UND dann die durchlaufene Ziellinie nach 25 Jahren lernen; meine eigene Gruppentherapiemethode in komplexer Form zum 1. Mal praktiziert – 10 Jahre Vorarbeit; und jetzt dieses Fest – ich habe lange gewartet – 17 Jahre – jetzt: mein 1. Drachenfest der anderen Art. Ich bin gerade 2.50m. Ahhhhhhhhhh….

Meine Augen sind überall. Können sich nicht satt sehen. Meine Bedingung an den Veranstalter: Keine Politikerreden am Anfang. Das ergibt keinen Sinn. Ich stelle die einzelnen, anwesenden Gruppen und Einzelakteure vor – auf lustige Art und Weise. Aus den Augenwinkel sehe ich meine erste Schule ankommen – gehe langsam in ihre Richtung. Die Kinder tragen ihren Kopf hoch. Ich spüre ihre Neugierde x Konzentration x Aufgeregtsein x es zeigen wollen. Die Kinder sind 6,7 und 8 Jahre – 1. – drittes Schuljahr. Sie sind still. Keiner quatscht quer oder laut über Entfernungen. Ich kann nicht mehr und sage ins Mikro:“Meine Damen und Herren, liebe Besucher, liebe Familien. Vor Ihnen versammeln sich die Schüler der Nordstadt-Schule zu Schwelm. Schauen Sie sie an. Bis vor wenigen Monaten waren sie noch einfache Kinder. Jetzt sind sie Profis. Schauen sie in ihre Gesichter – schauen Sie auf die Konzentration – so ruhig haben Sie sie im Leben noch nicht gesehen..“  Mr. Bernstein & Komplizen helfen etwas mit, um die 60er Gruppe richtig für den komplzierten Start zu formieren. Die Leinen müssen eine Länge haben – die Spannung der Leinen – das Band darf beim Laufen an der Spule nicht länger werden – alle müssen sehr aufpassen.

Den  Besuchern des Festes, die jetzt schon einige Hundert geworden sind, erzähle ich, dass die 8er-Reihen immer im 4 Sekunden-Takt starten. Ich habe mit den Kindern ausgemacht, dass ich sie ganz laut vor dem Start frage: Seid IHR bereit,“ und sie sollen, so laut sie überhaupt können gemeinsam JAAAAAAAA zurückschreien.

Das haut schon `mal die ersten im Publikum um. Den Kindern erkläre ich in der Sprache SENDUNG MIT DER MAUS, wo sie herlaufen sollen. Mr. Bernstein & Komplizen stehen an Schlüsselstellen und zeigen mit beiden gestreckten Armen in die jeweilige Richtung. Das Publikum lacht, weil sie Bewegungen wie große Marionetten machen. TOLL, JUNGS!
Als das Fertig..LOS ………fertig..Los ………fertig los…. ertönt, fliegen die Kinder über die Wiesen. Im Stundentakt 5 Grundschulen. 320 Kinder. WAS für ein toller Anblick. Uwe Gryzbeck sitzt an der Nebelkanone und ist von Sinnen:“Mein GOTT, was ist das.. was machst Du… Wahnsinn..ich habe Pippi in den Augen..“