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THE LONG WAY HOME – Ein Geniestreich öffnet neue Drachendimensionen

Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: J.Okrongli

 

Hersteller horvath.ch (Thomas K. Horvath, Schweiz)

Spannweite 2,72 m

Standhöhe 1,31 m

Segel Icarex Polyester PC 31 (gewogen 36 g/qm)

Gestänge Skyshark 2 pt 1016 und 825 & Mix

empf. Schnur ergo.550 (über horvath.ch zu erhalten)

Gewicht 114 g

Köcher Länge 1.12 m; Durchmesser 5 cm; mit fieldcard und flightcard

Windbereich in Bft. Nukk bis 2 (2 = Standdrachen)

Preis in Euro 268,-

Bezug Direkt bei www.horvath.ch (siehe Banner/Link)

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DIE STERNSTUNDE EINER NEUEN DRACHENKONSTRUKTION!

Einige wenige Drachenprofis, wie der Weltmeister im Einleinerbereich Weifang 2006 aus der Schweiz oder wie der Europameister im Lenkdrachenbereich aus der Schweiz, nennen den THE LONG WAY HOME schon länger ihr eigen. Es gibt ihn seit 2 Jahren (2004). Fast zeitgleich folgte der etwas kleinere LIKE A ROLLING STONE und seit einem Jahr (2005) gibt es noch eine Nr. 3, den C`EST LA VIE. Bislang sind die Modelle fast ausschließlich in Besitz von Spitzenprofis oder anderen Hochsüchtigen, die sherlock-holmes-mäßig ihre Nase immer eine Idee früher am Puls der kommenden Legenden haben. Es ist wie im PARFÜM von P. Süskind: sie riechen außergewöhliche Schöpfungen über viele Kilometer, ja Länder hinweg.

Der heute 47 – jährige Thomas Horvath aus Zürich in der Schweiz, hatte eine Konstruktionszeit von 5 Jahren (mit Pausen), bis der erste THE LONG WAY HOME (und die anderen Flügel) nach insgesamt über 100 Prototypen so vor ihm flog, dass er mit seiner Schöpfung zufrieden war. Davon „war das letzte Jahr besonders arbeitsintensiv,“so Thomas Horvath. Sein Anspruch war: Drachen zu entwickeln, die im Null- Ganz-ganz-wenig-Windbereich andere Dinge machen und können, als das bisher von Drachen bekannt war.

Einer der heutigen Besitzer eines THE LONG WAY HOME, Martin Schob, dessen Trick Tail ich in seinem Entstehungsjahr testete und mit dem mich seitdem ein langes Band der Freundschaft verbindet, sagt zu dem THE LONG WAY HOME: „Geiles Teil, das sehr sehr süchtig macht!“ Er und Michael Kownatzki, der sich nach Thomas Horvath „am besten mit dem Drachen auskennt“ (O-Ton von Martin Schob)werden mit dem THE LONG WAY HOME in einer EXTRASTORY vorbereitet, die etwa am 21. Januar online stehen wird/Bilder schon vorher.

Das Foto entstand auf dem Deich von Schiermonnikoog am 1. Weihnachtstag 2006, als ich die Zeit um mich herum vergaß und auch das Tageslicht schon fast nach Hause gegangen war.

 

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Erster Eindruck:

Alles nahm seinen Lauf mit einer Mail von Thomas Horvath an www.kite-tests.de. Er fand Worte zu unserem ONLINE – Portal, die ich jetzt, aus Rücksicht auf die Kollegen der Printmedien, liebe nicht wiederhole.
So wurde ich neugierig und schaute direkt 1 Minute später (der frühe Vogel hat den Wurm)auf (www.horvath.ch) nach.
Zuerst verwirrte mich der Aufbau der Seite, bis ich nach und nach immer mehr Überraschungen erlebte. Beim Anklicken von WELCOME, hin zu PHOTOS und MOVIES an der linken Bildseite, und dort wählte ich photos morteratsch 2006, weil ich den mächtigsten Gletscher der Ostalpen aus unseren 80er- Jahren – Alpentouren in Erinnerung hatte. Dort muss man zum unteren Bildrand scrollen und mit der Maus über die untere Kanten fahren – Die Bilder wechseln so.

Beim Anschauen aller Fotos dachte ich zuerst: „Da hat Martin Schob seinen Trick-Tail glattgebügelt und zum Einleiner gemacht.“ Martin bestritt das bei einem Telefonat vehement:“Nein, nein! Das ist eine vollkommen andere und eigenständige, geniale Konstruktion. Da steckt irre viel Know How `drin.“ Als ich den THE LONG WAY HOME dann vor eigenen Augen in meinem Arbeitszimmer hatte (Foto), wußte ich es:“Eine vollkommen eigene und neue Idee.“ Sofort bekam ich eine Gänsehaut. Es war wie in früheren Jahren, wenn ich eine Verpackung aufmachte und ein Testdrachen herauskam, von dem ich sofort wußte, dass er etwas ganz besonderes ist. Den ganz Besonderen sieht man es schon an, bevor man sie geflogen hat: so erging es mir beim Speed Wing, Mini Master, Balance XL, Trick Tail, Utopia, Topas, Yin Yang .. oder wie sie alle heißen, die Genialen, die Publikumsverführer, die Suchterzeuger. Diesen Drachen müßte, wie bei den Medikamenten, neben der fieldcard ein Beipackzettel mit den krankmachenden Nebenwirkungen mitgegeben werden.

Ich rief Thomas Horvath an. Ein interessantes Gespräch mit einem sympatischen Burschen ergab über 1 Dutzend weiterer Gespräche mit ihm und anderen Spitzenkonstrukteueren der deutschen Drachenszene. Ich wollte wissen, bei wem der Name Thomas Horvath ein Aha-Erlebnis auslöste. Das verrate ich jetzt nicht. Als Psychotherapeut beginnt hier die Schweigepflicht 🙁

Der THE LONG WAY HOME hängt am Fenster vor mir. Tageslicht durchdringt seinen filigranen Körper. Weiß steht ihm so gut wie einer strahlenden Braut. Heiliger Sonnenschein ! Hat der eine schlichte ins Edle gehende Faszination ! Für einen Moment vergesse ich, meine Frau zu küssen. Bedeutet: heute gibt es keinen Nachtisch. Egal ! Man muss Pioritäten setzen ! Was ich ihr nicht sage ist, dass ich diesen Drachen fast noch etwas schöner finde, als.. Das Thema ist bekannt: Schweigepflicht.

Von Anbeginn meiner Testertätigkeit bei Sport & Design, drachen stellte ich fest, dass Konstrukteure, die in ihre Schöpfung verliebt sind, dieser Schöpfung auch eine besondere Drachentasche mitgeben. Für den Mini Master gab es einmal eine dreieckige Holzschatulle mit Verschlüssen aus handgeschnitzen Drachen, von einem Schreinerpiloten in Liebe hergestellt. Wer einen Michael-Ryll-Riesen erwirbt, ist erst einmal platt, welch eine Drachentasche da auf ihn zukommt – sie sucht in der Szene Ihresgleichen.

So also auch der THE LONG WAY HOME. Er kommt in eine schwarzen TUBE (Röhre)daher, auf der der Name und ein paar Sachen mehr stehen. Sie ist aus 1,5 mm starke Spezialplastik und hat runde Endkappen. Sehr extravagant UND praktisch. Thomas Horvath sagt: „Man soll z.B. die kleineren Modelle bruchsicher im Rucksack oder auf dem Mountainbike mitnehmen können.“ Man merkt: hier dachte ein Mann aus den Bergen. Für mich, einem Mann von der See, ist das aber ebenso praktisch: regendicht, sandkornabweisend, praktischer Fahrradtransport, tollpatschige Begleiter können ruhig `drauftreten.

Foto: Wenn ich einen Drachen ONLINE schreibe, hängt er immer hautnah vor mir – so habe ich ihn nahe im Gefühl. Im Foto verdeckt der THE LONG WAY HOME so links einen blauen und rechts einen weißen Mini Master, die ständig bei mir im Fenster hängen – sie waren eine der ersten Testdrachen.
Verarbeitung:

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Der LONG WAY HOME hat, auf den ersten Eindruck, einen schlichten Schnitt. Nach genauerem Hinsehen täuscht das.

Detaillösungen der feinsinnigen und hochtechnischen Art erblickt das genauer schauende Auge. Auf der Nasenspitze „thront“ ein Verbinder mit spezieller Funktion. 58 cm von der Nasenspitze entfernt beginnen 10 cm große Buchten in der Icarex-Leitkanten: ein kleiner Verbinder baumelt an einer gestoppten Schnur. Feinsinnige Technik.

Ein 1.12 m langer 4mm Kohlevollstab biegt sich so weit vom Drachenkörper weg, dass er an seiner entferntesten Stelle 11 cm nach außen ist. Das macht u.a. Bodenbauchstarts möglich, hat aber auch eine enorme Balancefunktion. Ich spüre die Gehirnwindungen von Thomas Horvath nach. Diese einzige „Querspreize“ spannt den Kielstab über eine schwarze Schnur sanft nach unten durch. Der Kielbereich ist über eine Strecke von 64 cm schwarz verstärkt (hier finden sich auch die Sicherheitshinweise). Vom Kielende aus betrachtet, gibt es bei 20 cm und 61 cm eine Waageabnahme.

Auf der Rückseite gibt es in Verbinderhöhe eine spezielle Abspannung. Für die Schwarzkopierer stoppe ich an dieser Stelle weitere Details – für die Demnächstbesitzer bedeutet es ein weiteres Maß an Vorfreude.

Als Segeltuch wählte Thomas Horvath Icarex Polyester wegen der geringen Dehnung. Das Segel besteht aus einem einzigen Paneel. THE LONG WAY HOME gibt es in 5 UNI-Farben (oder nach Wunsch/Sonderpreis). Die ergo.550-, .380- und .260 – Schnüre von horvath.ch sind speziell für seine Drachen entwickelt. Sie sind immer gelb / impregniert / haben einen tiefen Schmelzpunkt, d.h. sie brennen nicht in den Händen / sie haben eine geringe Dehnung. Meine 100 m Testschnüre hatte Thomas Horvath aus verpackungstechnischen Gründen so verpackt: 1.12 m langer Ersatzstab hat an den Enden verbinder aufgesteckt um die über eine Stabstrecke von ca. 1.08 m die Schnüre gewickelt sind. Das sieht einem Violinenbogen ähnlich. Witzige Lösung. Die lasse ich so beim Drachentest. Das gibt dem Ganzen etwas Dirigentenhaftes.

Segelmachernähte, edles Gestänge aus der Leichtwinderfahrung, Steckdosentechnik. Hunderte Mal durchdacht – und es hat WUMMM gemacht ! GROSSES LOB ! GROSSE ANERKENNUNG !
Flugeigenschaften:

100 m Flughöhe sind in Deutschland erlaubt. Ich befinde mich zur Testzeit auf Schiermonnikoog, der niederländischen Insel und unserem Zweitwohnsitz, sitze am Tisch und studiere die fieldcart: Das setup des Drachens wird mittels der Schnüre eingestellt..Variation der y-Leine verändert die Segelspannung. Höhere Segelspannung = schnelleres Gleiten. Das ist wie die Saumkantenspannung beim Zweileiner. Entspanntes Segel = sanfteres Schweben. Mit der z-Leine stellt man den Flächenwinkel ein, wie beim Zweileiner die Waage auf flach (agil und leicht lenkbar) oder steil (Standdrachen). Ich stoppe erst einmal mit dem Lesen und entschließe mich den ersten Flug in der Normeinstellung „ab Werk“ zu machen. Meine Hand greift die Drachenschnur ergo.550. 100 m lang und gelb. Es geht los !

1. Weihnachtstag 2006, und ich stehe auf dem Deich. Meine Frau und ich entschieden gerade für „Jeder seine Alleinzeit“. Seitdem ich das Buch von Hape Kerkeling vor Weihnachten gelesen habe, verabschiede ich mich von ihr immer mit einem Bündel Testdrachen unter`m Arm und den Worten: „Ich bin dann `mal weg..“ – „Jouuuh“, höre ich noch schwach durch den zufallenden Türspalt.

Auf der Deichkrone angekommen, drehe ich mich 2 x um die eigene Achse, um zu spüren, aus welcher Richtung der Wind kommt. Ich warte einen Moment regungslos: YESSS ! Kein Wind. Das ist genau das Weihnachtsgeschenk, das ich akzeptiere – ohne Umtausch.

An diesem meinem Lieblingsplatz treffen alter und neuer Deich zusammen und bilden zusätzlich noch einmal eine ca. 40m x 60m gleichhohe Wiesenfläche mit Wahnsinnsausblick auf Wattenmeer und Dorf gleichzeitig. Hier gibt es ein Denkmal in Form eines mercedessternähnlichen Steinmonuments (Bank van Banck), das zum entspannten Sitzen einlädt. Es bietet gut und gern 10 bis 15 Menschen Platz.

Es ist aber auch der Platz, an dem ich am liebsten nichtsahnende Touristen drachenflugmäßig verzaubere oder schocke – es hängt ja auch von den Testdrachen ab. Heute soll es wieder einer jener Tage werden.

Da stehe ich nun bei Windstille und baue den THE LONG WAY HOME auf. Ich habe mich heute extra mittelseriös angezogen, damit ich nicht sofort in die Freak-Schublade gepackt werde. Auf Schiermonnikoog machen sehr viele Schauspielschüler aus Groningen ihre ersten Menschenspäße. So geling es, den Aufbau und das Auslegen der Schnur in einem Spannungsbogen halten zu können. Die meisten Zuschauer haben ihre Blicke vom Watt weg zu mir gerichtet. Kein Auftritt für Piloten, die unbeobachtet bleiben wollen. Ich gehöre nicht zu jenen.

Ein zusätzlicher Gag ist die Schnur-Stab-Wickeltechnik von Thomas Horvath. Die lasse ich glatt so. Das hat was ! Später werde ich `mal schauen, ob ich einen Metallfachmann finde, der mir einen Stahlwinder zuschneidet. Das wäre was ! Ich schaue noch einmal auf das Infoblatt von Thomas Horvath, das auch auf seiner Webseite zu finden ist: Schnurlänge 100 – 500 m „verkraftet“ dieser Drachen / Hochstart / Wurfstarts gerade, 360 Grad Flat Spin / 180 Grad Fly away . Up and over. Fly away and dive ((tauchen). Bodenarbeit z.B. Wingtip.

Ich entscheide mich als erstes für den Einfachen Wurfstart – den kenne ich vom Indoorfliegen: Nase gegen den gedachten Wind..jetzt cool bleiben. Die Zuschauer brennen. Topp oder Hopp!

Der seichte Wurf aus dem Mitlaufen .. na, geht so. Ich wähle erst einmal einen anderen Start – wegen der Zuschauer. Den Wurfstart muss man wohl etwas mehr üben – allein. Also HOCHSTART. Der Flieger liegt 50 m von mir entfernt (später noch weiter = besser). Bäuchlings. Die gebogene „Querspreize“ stellt ihn vom Boden ab. Die Nase ist hoch. Ich wette, dass dieses Prinzip bald bei Lenkdrachen zu sehen sein wird. Es ist einfach – einfach sehr klug. Und es ist Deine Idee gewesen, Thomas Horvath. Das ist urkundlich!

Inzwischen kommt ein Hauchwind von Süden. Es ist weniger als Bft. 0.5. Mein Windmesser hat keine Lust, gleichmäßig zu sein. Der HOCHSTART gelingt ausgezeichnet. Der Drachen steigt nahezu senkrecht zum Zenit. Ich habe noch ca. 10 m Schnur abgewickelt hinter mir. Während die Schnur mit einem tatsächlich „kühlen“ Gefühl (wie es Thomas HORVATH vorhersagte) langsam durch meine Hände gleitet, fällt mir an mir auf, dass ich ich mich in Zeitlupe bewege. Hmm! Das gefällt mir sehr! Diese Bewegungsbeeinflussung kenne ich sonst nur von Meditationszweileinern wie den WSO von Wolfgang Siebert, den Balance XL von Michael Ryll, den Tattoo von Michael Tiedtke und den Oldie Cheyenne von Peter Gührs. Diese Lenkdrachen versetzen mich jedes Mal bei gefühlten Bft. 0.4 – 0.5 in Trance.

Wenn ich den THE LONG WAY HOME nicht an der Flugschnur festhalte, begibt er sich von allein auf Entdeckungsreise. Dieses geschieht majestätisch langsam und hat etwas von einer Himmelshypnose. Der Bursche fliegt parallel zum Boden .. oh .. er ist ein Flugzeug! Er fliegt, ohne dass ich ihn festhalte oder fernsteure. Ein UFO !

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Die Zuschauer zeigen verzauberte Liegestuhllage. Er fliegt so lange gegen den Wind, bis die Schnur gespannt ist und einen bestimmten Widerstand bietet (Festhalten; Bodenanker; ..). Die witzige Schnur-wickelt-sich-um-Stab-Transport-Konstruktion von Thomas Horvath für die Unterbringung im Köcher hat noch einen weiteren Vorteil, außer, dass man enorm damit auffällt: sie bietet auf der Wiese der gestreckten Flugleine etwas sperrigen Widerstand, was genügt, um dem Fluggerät einen oder mehrere sanfte Impulse zu geben. Eine Flugshow, bei der man in der linken Hand ein Stück Kuchen oder eine sauerländische Knackwurst halten kann und in der rechten eine Tasse Kaffee oder eine Flasche Bier. Das ist ja genau die richtige Show für „meine“ Holländer. Gesellig sein und bekloppte Dinge machen sind, hohe Werte in Holland. Ich fühle mich hier ZU HAUSE und bin es auch.

Durch den Impuls dreht der Flieger um 180 Grad und fliegt jetzt mit dem Wind, parallel zum Boden. Als ich dieses das 1. Mal erlebe, bin ich selber noch so erstaunt, dass ich nicht auf die Reaktionen der Zuschauer geachtet habe. Nach geraumer Zeit und entsprechenden Impulsen, dreht sich THE LONG WAY HOME wieder um und begind mit langen, wellenförmigen Tauchbewegungen. „Ob ich zwischendurch `mal ins Dorf fahre und mir etwas zu trinken hole?“ geht mir durch den Kopf,“ ich werde ja hier nicht mehr gebraucht.“ Ich unterscheide mich ja garnicht von den Zuschauern – ich mach ja nix – und das sieht auch noch jede(r). Früher gab es an solchen Stellen immer Applaus. Jetzt nicht! Das muss sich ändern!

Am nächsten Tag, dem 2. Weihnachstag sind haargenau die gleichen Wetterverhältnisse. So ist es nicht von ungefähr, dass ich mich zu einer kleinen Inszenierung für meine holländischen Zuschauer entschließe. Das lieben Holländer, wie schon gesagt. Als ich den Drachen hoch gestartet habe und die Schnur loslasse, schütte ich mir Kaffee aus der dieses Mal mitgenommenen Thermoskanne ein, schneide mir ein Stück selbsterfundenen Apfelkuchen meiner Frau ab (in Holland gibt es weltweit die meisten Kuchenteilvariationen auf Apfelbasis/ ungezählt der privaten Erfindungen)und winke dem Drachen zu. Das sieht vertrauensvoll aus und hält die Augen der Zuschauer vom Wattenmeer fern. Der THE LONG WAY HOME fliegt obeb gerade gegen den Wind. Diese UP & OVER sind jetzt schon meine Knaller! Und dann ! 3 Meter bevor die Schnur gespannt ist, spucke ich überrascht und entsetzt das Stück Kuchen aus – noch 1m – ich rufe laut in den Himmel „TERUGH“ (Zurück). Der Drachen kehrt, aufs Wort hörend, zurück. Ich grüße ihn lobend mit geschwenktem Kaffeebecher, während das Klatschen der Zuschauer unüberhörbar in meine Ohren dringt. Na, also! Jetztwissen sie, wer alles macht! Geht doch!

Es ist nach 17 Uhr – schon fast dunkel. Keine Zuschauer mehr. Trotzdem kann ich mich nicht wirklich von dieser unwirklichen Szene trennen. Es sind Momente, wie ich sie in einer großen Zahl in den Testerjahren kennenlernen durfte. Sie versüßen meine Tätigkeit, diese Geburtsstunden neuer Ideen: zum 1. Mal etwas tun, was man noch nie getan hat. WAUUUH! Unsagbaren Dank an THOMAS HORVATH. Es war mir ein Vergnügen und Hochgenuss. Jetzt weiß ich, was Martin Schob meinte:“Einfach geil! Und er macht sehr sehr süchtig!“

Die Tage nach Weihnachten bis in die Mitte des Januar waren geprägt durch Regen, Sturm oder Düsterheit. Keine wirkliche Herausforderung für den LONG WAY HOME. Er ist jetzt in Deutschland, in Schwelm und wartet auf seinen nächsten Auftritt. Ich werde ihn an kurzer Leine mit einer Angelschnur fliegen. Darauf freue ich mich schon sehr, obwohl das Thomas Horvath nicht gerne hört („das ist bei meinen Drachen verboten 🙂 , das haben sie nicht nötig 🙂

Ach mag Verbotens. Viel Spaß.

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Vergleich in seiner Kategorie:

Der THE LONG WAY HOME ist der einzige seiner Art.

Er läßt sich lediglich mit seinen „Stallgenossen“ LIKE A ROLLING STONE und C`EST LA VIE vergleichen. Thomas Horvath sagt dazu, dass der Große der majestätisch langsame Schweber ist. Die anderen ließen sich, auch wegen der Spannweite, gut bei Indoorevents einsetzen (besonders den LIKE A ROLLING STONE UL oder den NINJA UL), was demnächst schon in Vorbereitung ist.
Fazit:

Ein Traum in weiß wird Realität und entführt sofort wieder in nichtgekannte Welten.

 

 

 

 

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