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TRECZOKS CODY – Eine Legende

Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: J.O.

Hersteller www.invento-hq.com

Spannweite 2.60 m

Höhe 1.20 m

Segel Ripstop Nylon

Stäbe Kohlefaser 3/6/8 mm

Gewicht 810 g

Windbereich in Bft. 2 – 6

Schnüre 90 – 145 Kp

Preis in Euro 179.98

Bezug Fachhandel

Der erste Einleiner, der mich aufgrund seiner fledermausähnlichen Kastengestalt faszinierte, war der CODY.

Ein Drachen, der anders ist – und eine Legende und etwas über 100 Jahre alt.

Jetzt begab sich für INVENTO Lutz TRECZOK an das Thema. 2005 liefert er eine Kollektion bei INVENTO ab, die neben dem CODY noch die CLASSIC BOX (einer der nächsten Testdrachen), den DONGDAIL und TOMMY umfasst.

Zum Test-CODY sagt INVENTO: „..dieser CODY ist ein Freund fürs Leben.“

2.60 m Spannweite lassen ihn schon zu einem sehr interessanten Flugobjekt werden.

Meine geschätzten Kollegen im Wind: “ I proudly present … THE CODY!“
Erster Eindruck:

Imposamt. Sehr wertvoll. Unglaublich schöne Arbeit. Der Urvogel.

Vorübergehende Fußgänger am Deich bleiben stehen und kommentieren: „Profi-Drachen!“ Ich nicke.
Verarbeitung:

Der Drachen ist ein Verarbeitungstraum, der einem zum Staunen fast erstarren läßt.

Sauber gearbeitete Nähte und solide Verstärkungen. Neben der TOP-Note für Verarbeitung steht die Wirkung, die der Drachen auf seine Betrachter hat: er hält einem im Bann!

Ich selber war sofort futsch und weg und ließ den Burschen einem Monat lang aufgebaut. Alle mußten ins Arbeitszimmer robben.

Egal: Schönheit verlangt ungewöhnlichen Einsatz!
Flugeigenschaften:

Der Zusammenbau des CODYs sollte mit 2-3 Personen erfolgen. Wenn dann noch ein Pilot dabei ist, der CODY-Erfahrung hat: no problem.

Die Aufbauanleitung könnte anschaulicher sein.

Der zusammengebaute CODY entschädigt für alles. Ein wahres Schmuckstück, das nach dem Test als Aushängeschild für Einleiner in meinem Arbeitszimmer hängen wird – meine Frau ist ja schon einiges gewohnt und fand ihn auch einen optisch sehr bemerkenswerten Drachen.

Der aufgebaute CODY ist gespannt wie ein Trommelfell. Das allein sagt auch einem unbedarten Laien: hier steht ein Profi! Edel – edel!

Da ich zur Zeit der Testflüge ohne Schützenhilfe war, beschloss ich, den CODY aufgebaut auf dem Fahrrad vom Dorf zum Deich zu fahren und bat den Herrn der Winde, mich auf einem 150m langen und schmalen Trampelpfad nicht in den Abwässerkanal zu wehen. Er erhörte meine Bitte.

Ein derartiges fiets-kite-Balancestück läßt kein fahrradverwöhntes Holländerauge trocken – und ich war ja auf Schiermonnikoog/NL.

Winde um Bft. 2 ..
.. geben ihn frei für den Himmel. Da ich am Boden so lange mit Ankern, Schnüren und anderem Zubehör herumhantierte, bis einige Deichläufer versammelt waren, erfolgte der 1. Leichtwindstart auf holländisch: das Fahrrad (fiets) war der Bodenanker.

Der zuschauende Holländer an sich liebt die Mischung aus Professionalität und Improvisation.

THE VERY FIRST MOMENT ist eigentlich immer mein Favouritengefühl geblieben – in all` den Jahren! Bei Burschen, wie dem CODY gibt es einen langen FIRST MOMENT. Das kommt wegen der Erhabenheit seines Himmelsstandes.

Gut – ganz still stand er nicht, war nicht festgeklebt am Himmel – aber: erhaben eben.

Trotz der geringen Windstärke von Bft. 1.5 – 2 wählte ich erst einmal eine 130 Kp – Schnur, was ihm auch zu Gesicht stand. Natürlich hätte eine 90er – Schnur gereicht .. mein Gott: ein CODY ist eben ähnlich einem großen Lenkdrachen – wie der 3.60m – Spannweite – Balance XL. Der fliegt bei wenig Wind auch mit einer 90er Schnur – packt sich aber auch bei Hauchwind nicht, wenn er an einer 130er-Schnur hängt. Drachen, wie jene sind da nicht so wählerisch. Sie sind sich selber genug!

Der Stellwinkel des CODY ist steil – die Zugkraft reicht für ordentliche Windspiele. Die „Windspiele“ der Anfangstage um 1900 sahen Menschen in Körben an CODY-Leinen (große CODYs). Das ging aber oft schief, weil sie wie Pendel in der Luft schwangen und abstürzten. Dann kamen die CODY-Ketten, und die Stabilität kam.

In meinen HOCH – HINAUS – Heften der Damalszeit habe ich voller Spannung diese Geschichten gelesen. Unglaubliche Pioniertaten. Auf größeren Drachenfesten sind immer auch CODYs zu Boden und in der Luft. RIESEN. Mächtige Vögel, vor denen ich immer schwer beeindruckt stand. Eine engagierte homepage dazu, ist http://www.smaga.de/ von Heidi und Ralf Smaga aus Dortmund.

Der TRECZOKS CODY ist auch im ansteigenden Wind blickbeherrschend. Jetzt sollte auch ein Holländer der Bodenanker „fiets“ umtauschen in festes Bodenwerk. Natürlich liebe ich es, als alteingesessener Powerpilot, einen Drachen wie diesen einfach nur in der Hand zu halten. Das ist vollkommen anders, als bei großen Lenkdrachen. Die kann ich immer sofort auch landen.

Der Testdrachen verlangte nach 6 Handschuhen auf 6 Händen und technisch gezieltes Vorgehen. Darum ist der CODY ein Einleiner für Fortgeschrittene, die sich bei den Handgriffen auskennen.

Ich freue mich schon auf das Herbstteam und ihre glänzenden Augen.
Bis dahin gibt es Binnenlandstarts – schon am kommenden Wochenende mit einer Geburtstagsgesellschaft und dem Fallschirmspringenden Bären: Kindergeburtstag.

Vergleich in seiner Kategorie:

Der CODY ist kein Stillsteher am Himmel aber auch keiner, bei dem man Angst haben müßte, dass er sich von allein herunterwippt.

Er ist ein Denkmal, Vorreiter und Urgesteil, das es in vielen Varianten gibt.

Dieser CODY ist Herrn TRECZOK sehr gelungen.
Fazit:

Ein CODY ist wie eine HARLEY. Ein beeindruckender Klassiker, der mit hoher Verarbeitungsqualität daher kommt.

Dabei ist der Preis sehr sehr kundenfreundlich.

Endlich habe ich meinen CODY. Wauuu!.