The BEAST II – Beherrschbare Power

Text von: Jürgen Okrongli
Fotos von: J.O.

Hersteller www.invento-hq.com

Spannweite 2.67 m

Höhe 1.25 m

Tuch Spinnakernylon/Mylar

Stäbe 8 mm Fiberglas

Gewicht 755 g

empf. Schnüre 70 – 120 Kp / 30 – 35 m

Windbereich in Bft. 1.5 – 6.5

Preis in Euro ca. 170,-

Bezug Fachhandel

Das BEAST II ist laut INVENTO die überarbeitete Form des Vorgängers.

Ausgelegt ist der Drachen mit seinen knapp 2.70 m Spannweite für den Powerbereich, was man von wegen seines Erscheinungsbildes allerdings auch schon erahnen kann. Erster Eindruck:

Das BEAST II hat durch die „Mylaraugen“ ein äußerst prägnantes Erscheinungsbild. Die Rot-Schwart-Farb-Kombi setzt dabei noch einmal einen starken Kontrast, was einem Powerdrachen gut zu Gesicht steht.

So kam es, dass unser 15-jähriger Osterferientester Phillip Bohn aus Schwelm (rechts im Bild), sofort seinen Liebling unter den Testdrachen gefunden hatte. Liebe auf den ersten Blick. Verarbeitung:

Das BEAST II ist 1a verarbeitet.

Die Paneele sind mit robuster Zick-Zack-Naht verbunden. Die Optik entspricht in ihrer kontrastscharfen Wucht dem Anspruch eines Powerdrachens.

Die Verbinderelemente sind ebenfalls auf Power und Starkbeanspruchung ausgelegt. Der Wiedererkennungswert ist gleich 100 %.

Der Auf- und Abbau ist sehr einfach, was enorm wichtig für Powerdrachen ist, weil sie in starke Winde gehen und dort Einfachheit das Gebot ist.

Die Besonderheit stellt das 8 mm Glasfibergestänge dar. Üblich bei Powerkites der Zeit von 1988 – 1993. Es wurde abgelöst durch das Kohlegestänge. Aber: neben dem günstigeren Preis aber höherem Gewicht, gibt es noch eine Besonderheit, die sich im Flugbild äußert. Dazu mehr unter Flugeigenschaften.

Verbessert werden sollte der Waageanknüpfknoten. Er ist zu klein. Ummantelte 120er Schnüre rutschen da schnell mit dem Buchtknoten rüber. Ferner sollte der Drachen eine Knotenwaage bekommen. Einstellungen mit Fingernüpfen an der Waage passen nicht zu einem Powerteil und erzeugen Frust in kalten Zeiten.

Insgesamt ist das Ergebnis BEAST II richtig gut gelungen.

Eine Tasche, die an beiden Seiten zu öffnen ist, die Aufschrifft BEAST II trägt, sehr wertig ist, rundet das Bild ab. Flugeigenschaften:

Der erste Flug ist im Inland und bei „Winden“ um Bft. 1. 35m Schnüre mit 70 Kp Belastbarkeit. Der schwere Vogel fliegt. Er fliegt nicht gerade so eben – er fliegt richtig. Vergleiche zu Thor`s Hammer (Level One) gehen durch meinen Kopf. Auch dieser Drachen – 4 m Spannweite – war schwer und doch selbst in der Halle zu fliegen.

Das macht der Schnitt. The BEAST II ist nicht wie ein POWERdrachen geschnitten – mehr wie ein normaler 2.40er, der auf 2.70 m hochgezogen ist.

Aufgebaut wirkt er wie ein großer Drachen, und hat auch den Geradeausflug, die Ecken, die Loops als Gefühl so. Präzise, sehr gutmütig – überfordert den Piloten nicht: noch kein BEAST!

Windstärke Bft. 2 – 2.5 am Strand. Phillip kann seinen Stand nicht mehr so recht halten. Die Schnüre sollten jetzt 100 Kp und 35 m sein. Der Flug ist immer noch präzise, überschaubare Loops, langsame Geschwindigkeit, hängt unsinkbar am Windfensterrand, einfache Starts und einfache 2-Punkt-Landungen. Ein Drachen, der sehr gut zu Schulungszwecken für den Powerkite-Einsteiger geeignet ist.

Windstärke Bft. 4 – 6 : Wenn man jetzt den Drachen steiler stellt, wird er langsamer und zieht weniger. Grund dafür kann nur das weiche Glasfibergestänge sein. Das bedeutet: eher eine Idee flacher stellen. Dann baut er mehr Geschwindigkeit auf und hat wieder den Zug. Das bedeutet natürlich: extrem wird der Bursche nicht – er wird auch nicht wesentlich schneller – also kein BEAST. Eher ein Gutmütiger!
Trotzdem empfehle ich Schnüre von 120 Kp für 100 Kg-Piloten und 35 m Länge.

Fazit: Das Beast war für unsere fortgeschrittenen Piloten in den Osterferien Trainingsdrachen für mittlere Winde Bft. 4 – 6. Hier konnte er erwachsene wie jugendliche Piloten richtig begeistern.

EINE WEITERE IDEE: wenn schon viele Flugabenteuer hinter Ihnen liegen aber das Geld für den nächsten Powerdrachen noch nicht reicht, würde ich einmal das Gestänge komplett gegen 8er Kohle (z.B. Exel Cruise) austauschen. Das ist leichter und verwindungssteifer. Er dürfte dann schnell werden und .. aber was verrate ich da.. ausprobieren und überraschen lassen. Veel plezier.

Vergleich in seiner Kategorie:

The BEAST wurde im Vergleich mit dem TOPAS 3.0 / Space Kites (3 m SpW), dem Explosion / Space Kites (3.20 m SpW), dem No MERCY / Scirocco Kites (2.80 m SpW) und dem Tauros / Space Kites (2.70 m SpW)bei Bft. 4 – 6 geflogen. Er war auf Rang 4 vor dem Explosion auf Rang 5 – bezüglich der Power.

Im einfachen Handling durch alle möglichen Windbereiche, liegt er nach dem Explosion auf Platz 2. Da der Explosion aus einer langen Schwalbenschwanzreihe kommt, die bei dem Urvater Hot Stripe begann, ist es kein Wunder, dass die mit der geringsten Powerentwicklung am breitesten in der Anlage und führend im Handling sind.

Ein Drachen, der seine Stärken hat und sein Geld auf jeden Fall wert ist! Fazit:

Ein sehr schöner Drachen zum ersten Kontakt mit dem Powerflugbereich: beherrschbar, gutmütig, fluggenau, leiche Ansteuerrungen.

Auf jeden Fall richtig, wenn es um ein Anschnuppern des POWERbereichs geht.

Der Name The BEAST trifft nicht seinen Charakter..

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