U-Turn Oxigen – Love is like Oxygen

Text von: Andreas Schulz
Fotos von: Vera Schulz

Hersteller: U-Turn

Kategorie: Intermediate

Spannweite: 3,01 m (2.55)

4,21 m (5.0)

Anzahl der Zellen: Bei beiden 21

Proj. Fläche: 2,28 m2 (2.55)

4,46 m2 (5.0)

AR-Ratio: 3,55

Windbereich: 5 – 8,5 bft (2.55)

2,5 – 6,5 bft (5.0)

Preis: 239 € (Basic); 299 € (Prof) (2.55)

299 € (Basic); 419 € (Prof) (5.0)

Bezug: Autorisierte Handelspartner

„Love is like OXYGEN“

1978 hatte die Gruppe Sweet mit diesem Song einen Hit gelandet.

26 Jahre später kommt nun die Firma U-TURN mit einem Schirm namens OXIGEN auf den Markt. Ob es U-TURN gelingen wird, ebenfalls einen Hit zu landen?

Kite-Tests nahm die Oxigen genau unter die Lupe.

Die OXIGEN ist eine von drei Kiteserien, mit denen U-Turn den Markt stürmen will. Neben dem Einsteigerschirm, der HELIUM und dem Hochleister NITRO, kommt die OXIGEN als INTERMEDIATE-Schirm daher.
Mit insgesamt 7 Größen, von 2 m2 – 7,8 m2 ist die OXIGEN verfügbar.

Das besondere: Die OXIGEN gibt es in 2 Versionen, OXIGEN BASIC und OXIGEN PROFESSIONAL.
Zu den Unterschieden beider Versionen später mehr.
Erster Eindruck:

Ausgeliefert wird die OXIGEN als Kite Only und kommt in einem praktischen Packsack daher. Ausgepackt und hingestellt erkennt man das unverwechselbare Design aller U-Turn Schirme: Die Kralle.

Es gefällt und signalisiert dem Besitzer: „Flieg mich, ich habe Power!“ Sehr gelungen. Die Matte steht auf dem Boden sauber zeichnend dar, keine Falten, saubere Führung.

Dies ist nicht verwunderlich, denn Ernst Strobl entwickelte alle
U-TURN Schirme, und er war schon zu früheren Zeiten, durch die Entwicklung der Raptoren sowie der Bronto-Serien von Airea, kein Unbekannter in der Szene. Verarbeitung:

Bei der Verarbeitung der OXIGEN fällt sofort die hohe Qualität ins Auge. Hier erkennt man gleich den Gleitschirm-Standard, denn neben Kites stellt U-TURN auch noch Gleitschirme her. Diese hohe Qualität wurde auf die Kites adaptiert.

Exakt laufende Nähte, doppelt gesichert, hochwertige Materialien überall in und am Kite, Verstärkungen dort, wo sie benötigt werden, einfach eine lupenreine Verarbeitung.

Alle Waagepunkte sind Mylar verstärkt und über 4 Reihen, A-D, wird der Schirm sauber abgespannt. Über die Luftausgleichslöcher der Profile wurde ein Verstärkungsband genäht, was die Belastbarkeit erhöht und so für eine lange Lebensdauer sorgt.

Doch es geht noch weiter.
Technische Raffinessen, geniale Ideen, in der OXIGEN findet alles seinen Platz.

Der Reihe nach:

Dirt Outs: An den Flügelenden befinden sich mit Klettband verschließbare Ventile, über die Wasser, Sand & Dreck entweichen können. An den Profilenden der Bremskante wurde Gaze eingebaut,
damit der Schmutz zu den Flügelenden wandern kann, um dort die Matte über die Dirt Outs zu verlassen.

COS: Curve Optimized System: Über eine Umlenkung wird beim Betätigen der Bremse die äußeren Waagepunkte der Bremsleinen zusammengezogen. Dies bewirkt, dass sich die Matte am äußeren Ende der Schleppkante wie bei einem Rollo zusammenrafft. Dadurch wird die Spannung beim Bremsen erhöht. Dies wirkt sich besonders beim Kurven fliegen aus, der Schirm reagiert zügiger, das Strömungsverhalten wird positiv beeinflußt.

DCS: Direct Control System: Die Bremsschnüre werden über einen Ring geführt, der mittels Band am Tampen der Flugschnur fixiert ist. Auch dies erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit sehr und bringt zusätzlich Power in den Schirm.

Neu in der Szene ist, daß die OXIGEN in zwei Qualitätsstufen angeboten wird.

Während die BASIC-Version über ein 44 Gramm Tuch und eine Waage aus Dyneema verfügt, wird die Professional mit dem Water-Repellent Tuch sowie einer Waage aus ummanteltem Kevlar angeboten. Die Basic-Version ist am weißen Untersegel zu erkennen, während die Professional mit farbigem Untersegel erscheint.

Verarbeitung und Innovationen sind bei bei beiden Modellen identisch.

Flugeigenschaften:

Schnüre an die OXIGEN antampen, Handles in die Hand nehmen, starten, passt!. Kein Nachtrimmen der Bremsleinen war nötig, die OXIGEN ließ sich problemlos starten und landen.

Der erste Flug im Stand zeigte, dass bei böigem Wind die OXIGEN gerne an die Bremse genommen werden möchte. Das Windfenster ist sehr groß, und im Zenit steht die OXIGEN wirklich senkrecht über dem Piloten.

Hier erkennt man die maximal mögliche Trimmung des Schirmes und verspricht Leistung bis zum äußersten Fensterrand. Daher ist es empfehlenswert, die OXIGEN im Zenit stehend oder am äußersten Fensterrand etwas anzubremsen, damit sie nicht überschießt.

Hier wird Hochleisterverhalten deutlich. Zügig zieht die OXIGEN ihre Bahnen durch das Windfenster und der ständig herrschende Grunddruck läßt erahnen, dass die OXIGEN über ein großes Power-Potenzial verfügt.

Gefühlvoll beide Bremsen gezogen, gibt sie zusätzliche Power frei. Fliegt man die OXIGEN im oberen Windbereich, sollte man beim Landen beherzt in die Bremsen greifen, dann gleitet sie rückwärts fliegend zu Boden. Dies gibt Sicherheit. Im oberen Windbereich fängt die OXIGEN leicht zu liften an, wie bei Hochleistern, wobei dies einfach über die Bremse zu handeln ist. Im Board-Bereich dürften sich viele über diese Eigenschaft freuen.

Im Buggy sitzend, geht es nun auf die Reise. Hier möchte die OXIGEN in Strömung gebracht werden. Liegt Strömung an, geht alles voll automatisch. Beim Wiesenkiten fällt sofort auf, dass die
OXIGEN über viel Power verfügt. Gerade hier hat man häufig mit viel Rollwiderstand seinen Kampf, um zügig Fahrt aufnehmen zu können. Mit der OXIGEN ist dies kein Problem.

Auf Halbwindkurs läuft die OXIGEN wie von alleine, sobald man in Fahrt ist. Schirm stellen und cruisen, kein Problem. Oder man gibt der OXIGEN die Sporen und fordert sie zum Tanz.

Front-Loop hier, Wellenfliegen da und man erreicht Geschwindigkeiten auf der Wiese, wie man sie eigentlich nur vom Strand her kennt. Es wird deutlich, das die Wiese meist zu kurz ist, denn die Reise ist dann schnell vorbei, und es heißt umkehren.

Auf dem Kreuz sollte die OXIGEN in Stömung gehalten werden, mit Schwenks macht man viel Boden gut. Auf einer Wiese keine Selbstverständlichkeit, mit der OXIGEN jedoch ohne Probleme machbar.
Auf dem Raumwindkurs wird man dann zum Speedjunkie. Die Reise ist dann schon zuende, kaum dass sie begonnen hat.

Also: ab an den Strand, wo Platz ist! Sowohl in Römö / Dänemark, als auch in Ouddorp / Holland stand uns die OXIGEN zur Verfügung.

Die positiven Eindrücke von der Wiese im Gepäck, soll die OXIGEN nun am Strand zeigen, was in ihr steckt. Was sich auf der Wiese schon andeutete, hier wurde es wahr.

Nach den ersten Runden im Buggy war es da: Das „WOW“.
Hier wird die Power der OXIGEN deutlich.

Halbwindkurs: Schirm in Strömung gebracht, im Windfenster stehen lassen, über das Vorderrad den optimalen Winkel zum Wind gesucht, die OXIGEN wird schneller und schneller.

Nun die Bremsen mit eingesetzt, kurzer Kick hier, kurzer Kick da, die OXIGEN zuckt kurz und beschleunigt. Frontloop einleiten, Backloop direkt hinterher, der Turbo ist gezündet.

Wechsel auf den Kreuzkurs. Von anderen Schirmen noch gewöhnt, wähle ich einen nicht zu steilen Winkel gegen den Wind. Die OXIGEN fährt einfach weiter als wäre man noch auf Halbwind Kurs.

Also stärker gegen den Wind. Sie wird geringfügig langsamer, ich fange an zu arbeiten, Sinuse fliegen, Loops, die OXIGEN läuft sehr gute Höhe, bedenkt man, das ich einen INTERMEDIATE Schirm an der Leine habe.

Nun Wechsel in den Raumwindkurs. Noch im Trott des Kreuzkurses eröffne ich den Raumwindkurs mit einem Frontloop. Es versetzt mich mit dem Buggy kurz zur Seite, und die Geschwindigkeitszunahme ist atemberaubend.

Die OXIGEN steht weit vor mir und mit der oberen Bremse ziehe ich einen Augenblick lang den Schirm zurück, damit er, wie aus dem Katapult geschossen, wieder nach vorne geht. Dort bleibt er, und ich rase meinem Ausgangspunkt entgegen. Buggy quer stellen, Sand fliegt, zu Hause.

Das ganze Spiel wurde etliche Male wiederholt. Zu keinem Zeitpunkt kam das Gefühl des Nichtbeherrschens des Schirmes auf. Das gibt Sicherheit. Jede weitere Runde mit der OXIGEN führte dazu, dass neue Leistungsreserven sichtbar wurden und genutzt werden konnten.
Die OXIGEN zeigt dem Fahrer, wie er es machen muss: Klasse!

Auf allen Kursen zeigt die OXIGEN überdurchschnittliche Leistungen. Respekt! In vielen Situationen hatte ich das Gefühl, von der Leistung her einen Hochleister an der Schnur zu haben, gepaart mit der Gutmütigkeit eines klassischen INTERMEDIATES.

Im direkten Flugvergleich zwischen der BASIC und der PROFESSIONAL fällt auf, das die PROFESSIONAL ihre Leistung früher preis gibt. Sie gleitet schneller an, liegt etwas früher in Strömung, formt sich zügiger aus und gibt im oberen Windbereich mehr Leistung ab.

Dennoch hat auch die BASIC-Version Power im Überschuß, dies halt einen Tick später bei einem Tick mehr Wind. Fazit:

Die OXIGEN ist ein INTERMEDIATE mit Hochleistereigenschaften, besonders auf dem Raumwindkurs.

Gerade im Binnenland, wo bei normaler Schirmgröße, bezogen auf den Wind, Leistung benötigt wird, um gut fahren zu können, bringt die OXIGEN diese Leistung mit.

Ideal auch für Mountain Boarder, die gerne mal etwas Lift haben möchten. Seitenzug nicht vorhanden, prima.

An der Küste, am Strand kann man dann das ganze Potenzial der OXIGEN auskosten. Hier liegt es ganz am Können des Fahrers, was er aus der OXIGEN herausholt, es ist massig viel drin.

Für den geübten Einsteiger ein Idealer Aufsteigerschirm. Die hochwertige und robuste Verarbeitung fallen positiv auf.

Durch die beiden Versionen der OXIGEN, BASIC und PROFESSIONAL gelingt es hier U-TURN einen hochwertigen Schirm für jeden Geldbeutel anzubieten. Ein rundum überzeugender Schirm.

Einfach WOW !!!

Sweet meinte 1978:
“ LOVE IS LIKE OXYGEN, YOU GET TOO MUCH, YOU GET TOO HIGH“

Bei der OXIGEN von U-TURN kann man nicht zuviel bekommen, man will immer mehr. Ein Schirm, der süchtig machen kann. So gesehen auch ein HIT. Also, VORSICHT !!!
Kategorie: Intermediate

Maximale Punktzahl: 10

Geschwindigkeit: 9

Leistung: 9

Handling: 9

Dosierbarkeit: 8

Gutmütigkeit: 8

Anfängertauglichkeit: 8

Verarbeitung: 9

Preis/Leistung: 9.

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