WINGINE – HOCHLEISTER mit 2-Gang Halbautomatik

Text von: Andreas Schulz
Fotos von: Vera Schulz

WINGINE

Hersteller: Siegers Vliegers
Kategorie: Hochleister

 

 

 

 

Spannweite: 4,70 m (5.0)
5,10 m (6.0)
Anzahl der Zellen: 30 (5.0)
33 (6.0)
AR-Ratio: 4,2
Windbereich: Bft. 1.5 – 4
Preis in €: Einführungspreis: ab 205 € (3.0) bis 295 € (6.0)
Bezug: Drachenfachhandel

Neues aus der niederländischen Schmiede Sieger´s Vliegers.Eigentlich hört sich das ganze wie ein Kochrezept an:Man nehme:WINGINE3 Personen, die gerne Kites entwickeln, die niederländischen Foilfreaks, Emiel Stroeve, Jeroen de Bont, sowie Sieger Homan.
Einen namenhaften Hersteller von Kites, Siegers Vliegers.Man mische nun die ganzen Zutaten, gibt noch Segeltuch & Waageschnüre hinzu, fertig ist die Mahlzeit.
Der Name des Gerichtes: WINGINE

Die WINGINE gehört zu den Mahlzeiten, an dem sich Hochleister Piloten gerne satt essen, denn in diese Kategorie ist sie einzustufen.
Erklärtes Ziel der Profi Köche, Siegers Fliegers sowie den Foilfreaks: mit der WINGINE an Rennen teilnehmen und international Siege herausfahren.
Die WINGINE erscheint zunächst in vier Größen, 3.0/ 4.0/ 5.0/ sowie 6.0 m2. Kite-Tests standen die 5 sowie die 6m2 Variante zur Verfügung. Erster Eindruck:

 

Die WINGINE wird in einem riesigen Stoffbeutel ausgeliefert, der keinen Zweifel über mögliche Platzprobleme aufkommen läßt. Hier hat alles genügend Platz drin, mein 4 -jähriger Sohn passt ohne Probleme in den Sack der großen 6m2 WINGINE.

WINGINE

Beim Auspacken fällt sofort die gelungene Farbkombination ins Auge: Knalliges Rot, mit leuchtendem Weiß , das ganze abwechselnd, ein Blickfang am Himmel, einfach simpel, einfach genial. Auf dem weiten Strand von Römö konnte man auf dem ganzen Areal schon von weitem sehen, wo die WINGINE unterwegs war.

Sehr oft wurde ich auf diese Matte angesprochen, immer hieß es:
Schaut die gut aus ! Verarbeitung:

Die Verarbeitungsqualität der WINGINE ist durchgehend als gut zu bezeichnen.
Saubere Nähte an allen Punkten der Matte lassen keine Kritik zu.
Die Lufteintrittsöffnungen der WINGINE sind verstärkt, ebenfalls alle neuralgischen Punkte, die mehr belastet werden.

Die Waage ist geschlauft und vernäht. Die Auflösung der Waage ist als klassisch zu bezeichnen, eine weitere Reduktion wäre denkbar, jedoch vermag diese Waage Konstruktion die WINGINE sauber abzuspannen und optimal in Form zu bringen.

Diagonalprofile im Inneren der WINGINE tun ihr übriges. Alles in allem eine runde Angelegenheit.
Flugeigenschaften: Nachdem wir die WINGINE an die Leinen genommen hatten, es war kein Nachtrimmen der Schnüre notwendig, hieß es nun: Gang einlegen und starten.Der Schirm gleitet sanft an, man spürt, er möchte gerne in Strömung gebracht werden. Kurzer Zug an den Leinen, die WINGINE gleitet nun schneller an, im oberen Drittel des Windfensters ankommend schießt sie gegen den Zenit, um dort sauber angeströmt zu warten. Hier sollte nun der Schirm leicht angebremst gesteuert werden.
Im Zenit stehend baut die WINGINE einen ordentlichen Grunddruck auf, der auch im Flug durch das gesamte Windfenster konstant anliegt. Dabei wirkt die WINGINE zu keiner Zeit hektisch, sie bleibt immer gut kontrollierbar und reagiert spontan auf die Lenkbefehle des Piloten.

Durch einen beherzten Zug an den Bremsleinen gleitet die WINGINE sauber und parallel zu Boden, kein Abdrehen des Schirmes. Dies gibt Sicherheit im Handling. Eigentlich hat man den Eindruck, man hätte einen Intermediate Schirm an den Schnüren. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewußt, das die WINGINE über einen zweiten Gang verfügt. Nachdem man sich mit dem Schirm im Stehen angefreundet hatte, hieß es nun: Buggy Time !!

WINGINE

Aus dem Zenit heraus senkt sich die WINGINE in das Windfenster und baut konstanten Druck auf.
Die Fahrt beginnt, sofort fällt auf, der Schirm möchte bewegt werden. Mit leichten Sinus Wellen fliegend nimmt die WINGINE fahrt auf und beschleunigt kontinuierlich, aber sanft. Auf dem Halbwindkurs werden einige Runden gefahren, das Gefühl für den Schirm stellt sich zügig ein, so das man die WINGINE nun härter ran nehmen kann. Nach der Halse die Fahrt mit einem Front Loop eingeleitet, geht es auf die nächste Runde. Die WINGINE hält die Geschwindigkeit, die man durch Loops & Co. erzielt, die Bremse leicht dosiert gezogen, bringt zusätzlich Druck in das Tuch. Seitenzug ist ein wenig vorhanden, kann aber durch Gegenlenken des Buggys ebenfalls in Geschindigkeit umgewandelt werden, ohne das der Schirm langsamer wird oder abfällt. Nun kam, was kommen mußte: Ich fand den 2.ten Gang. Hat man durch aktives Fliegen den Schirm in Strömung gebracht und eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht, scheint es, als ob die WINGINE ihr Strömungsverhalten verändert. Plötzlich schießt der Schirm weiter nach vorne, wird in seinem Flugverhalten schneller und beschleunigt rasant. Der noch im ersten Gang vorherschende leichte Seitendruck ist spurlos verschwunden, man bekommt den Eindruck, man würde nun vom Schirm in Fahrtrichtung gezogen werden. Etwas überrascht von dieser Erscheinung drehe ich auf Kreuzkurs ab. Hier läuft die WINGINE ordentlich Höhe, ohne das die Geschwindigkeit merklich langsamer wird. Auf dem Raumwindkurs kann die WINGINE durch leichtes Wedeln stabil am Himmel gehalten werden. In weiteren Fahrten mit der WINGINE tastete ich mich kontinuierlich an den Punkt heran, an dem der Schirm in den zweiten Gang gebracht wird. Es macht Spass mit der WINGINE zu fliegen, denn eigentlich hat man 2 Schirme.

Erster Gang: Der Intermediate Schirm . Aktives Fliegen erzeugt ordentlichen Grunddruck, gute Leistungen auf allen Kursen. Ideal, um sich mit der WINGINE vertraut zu machen. Hier kann man den Umgang mit einem Hochleister erlernen und zu jedem Zeitpunkt die notwendige Sicherheit im Rücken spüren.

Zweiter Gang: Der Hochleister Schirm . Hier gibt die WINGINE all ihre Kraft und Leistung preis und der Pilot muss diese nun dosiert einsetzen. Dafür wird er mit typischen Hochleistereigenschaften belohnt und hat genug Kraftreserven im Schirm. Ab hier liegt es nun an den Fähigkeiten des Piloten, das letzte aus dem Schirm zu holen.
Vielleicht entdeckt man ja sogar einen dritten Gang ?

Fazit:

Die WINGINE ist ein Schirm mit 2 Gesichtern. Zum einen ist es ein idealer Schirm für den Umsteiger aus der Einsteiger Klasse in die Intermediate Klasse. Hier kann durch aktives Fliegen genug Kraft erzeugt werden, was absoluten Fahrspass garantiert.Zum anderen kann durch Einlegen des zweiten Ganges die WINGINE ihr zweites Gesicht preisgeben:
Das Gesicht eines Hochleisters, mit all seinen Fähigkeiten und seines Kraftpotenziales. Das besondere an der WINGINE: Der Anfänger wird durch die WINGINE nicht überfordert sein, denn er wird sanft an den zweiten Gang herangeführt. Dennoch wird er mit der Leistung des ersten Ganges voll zufrieden sein. Nun weiß er ja auch, dass es noch einen zweiten Gang gibt. Und das macht Lust, diesen Gang zu finden. Und er wird schnell gefunden werden. Die Belohnung heißt dann Power pur und rasante Geschwindigkeit. Zu der Qualität und der Leistung der WINGINE kommt der sensationelle Einführungspreis von Siegers Vliegers hinzu: 205 Euro für die 3.0 bis zu 295 Euro für die 6.0 lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen.
Klasse Leistung der Profi Köche Siegers Vliegers sowie den Foilfreaks:
Sieht gut aus, schmeckt vorzüglich, macht Hunger auf mehr…
Vielleicht noch etwas für den kleinen Hunger ( 2.0 ) sowie für den großen Appetit ( 8.0 ) ???Denkt mal drüber nach, wenn ihr wieder in der Küche steht….

WINGINEKategorie: Hochleister
Maximale Punktzahl: 10
Geschwindigkeit: 8
Leistung: 8
Handling: 9
Dosierbarkeit: 8
Gutmütigkeit: 8
Anfängertauglichkeit: 7
Verarbeitung: 8
Preis/Leistung: 9

 

 

 

 

 

 

 

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